Jouvenir will anders und disruptiv denkende Journalisten zusammenbringen. Eins hat sich beim Meetup vergangene Woche sehr deutlich gezeigt: Die Disruption kann den eigenen Arbeitsalltag betreffen oder das Bestreben die Revolution des Journalismus als Ganzes sein. So viel vorneweg.

Mehr als 30 Gäste von beidem Schlag waren dabei: sehr bunt zusammengewürfelt, aus allen Altersgruppen, sehr multimedial, von der freien Journalistin über die Innovationsmanagerin hin zum Gründer und Journalismusneuerfinder, engagiert, offen und schnatterig.

Das Leitthema des Abends bei der Akademie für Publizistik waren Skills. Fähigkeiten, die wir brauchen, um in der digitalen Journalismuswelt zu bestehen und innovativ arbeiten zu können. In einer Vorstellungsrunde hat sich recht schnell gezeigt, nach welchen Fähigkeiten sich die meisten sehnen: Programmieren können.

Nein, Journalisten müssen nicht alle coden lernen. Das war wohl auch jedem einzelnen, der den Wunsch äußerte, klar. „Wir“ sollen und wollen auch überhaupt nicht die eierlegende Wollmilchsau sein. Wer das behauptet, verkennt schlicht die Grenzen des Individuums. Statt selbst Milch zu geben und Eier zu legen, sollten wir aber wissen, wie Eier gelegt und Milch gegeben werden. Wir wollen vielmehr Übersetzer sein. Um uns verständigen zu können in einer interdisziplinären Welt ist es unabdingbar, sich mit den anderen Disziplinen auseinander zu setzen. Das heißt noch lange nicht, dass wir sie beherrschen, geschweige denn meistern müssen. Die Frage ist jetzt vielmehr, warum das manchen Journalisten so schwer fällt, schließlich gehört Neugierde zu ihren Tugenden.

Apropos interdisziplinär: Selbst in dieser fortschrittlichen, bunten Runde wurden einige Tipps offenbar zum ersten Mal gehört. Den jährliches Chaos Computer Congress zu besuchen oder das Barcamp Hamburg zum Beispiel. Oder sich als Freelancer durch Co-Working oder agile Netzwerke einen Blick über den Tellerrand zu erlauben.

Ein paar Besucher meldeten unter Skills, die sie gebrauchen könnten, Zeit und Geld. Is‘ klar. :D

Klar ist auch, dass auch zukünftige Jouvenir-Meetups diese Probleme nicht werden lösen können. Was nicht heißt, dass wir nicht unsere eigene Arbeitswelt anders gestalten können. Was bleibt vom Jouvenir-Treffen: Freelancer müssen agiler werden. Und Festangestellte brauchen eine Strategie, wie sie an den Blockaden in ihren Redaktionen und Verlagen vorbei navigieren und sich ihre Innovationsräume erkämpfen können.

Die Strukturen in den Medienhäusern werden wir nicht von jetzt auf gleich ändern. Deswegen treffen wir uns – um andere Wege zu finden und ein bisschen auch als Selbsthilfegruppe. Wer noch mehr Hilfe braucht, sollte sich schnell zu Hacks/Hackers Hamburg heute Abend anmelden. Auch da werden Probleme gewälzt, aber es geht noch ein bisschen technischer zu.


Vielen herzlichen Dank an Nadja Stavenhagen und die Akademie für Publizistik für die Gastfreundschaft und Bewirtung! Das nächste Jouvenir-Meetup findet im März statt. Details gibt’s beizeiten hier im Blog. Wer per E-Mail benachrichtigt werden will, sollte sich in der Meetup-Gruppe anmelden.