Pony surft auf Wolke (Foto: Carolin Neumann, CC BY-NC-SA 3.0 DE)

Festival-Begleiter (Foto: Carolin Neumann, CC BY-NC-SA 3.0 DE)

Die wunderbaren Flaneure haben mich inspiriert für meinen diesjährigen Rückblick auf Hamburgs Dockville-Festival:

Von wann bis wann dagewesen?
Freitag, 15 Uhr, pünktlich zu Mighty Oaks, bis Sonntag (DJ Koze)

Fehlzeiten? Entschuldigung?
Das Finale am Sonntagabend haben meine Begleiter und ich vorzeitig eingeläutet, da das Regenwasser schon zentimeterhoch in meinen Gummistiefeln stand. War aber angesichts der bedauernswerten Absage von Kakkmaddafakka letztlich auch OK, nur ein solches Highlight hätte mich völlig durchnässt zum Bleiben gebracht.

Schönstes musikalisches Erlebnis?
Zu den Crystal Fighters alles um mich herum zu vergessen, zu tanzen, springen, mit den Fingern Herzen in den Himmel halten, zu singen, schreien und im Konfettiregen zu baden. Großartigst.

Schönstes nichtmusikalisches Erlebnis?
Als der wunderschöne Regenhimmel sich entlud und ich – innerhalb von Sekunden klatschnass – zu DJ Koze völlig aufdrehte nach dem Motto „Nun ist eh alles egal“. Und zu sehen, wie es anderen um mich herum ganz genauso ging. Eine wundervolle Ausgelassenheit!

Größte Enttäuschung?
Definitiv Haim. Die Songs der drei mag ich sehr gerne, doch nicht nur der schlechte Sound auf der Hauptbühne, sondern auch ihre eher unterwältigende Show konnten nicht überzeugen.

Kurz vorm Wolkenbruch beim Dockville Festival 2013 (Foto: Carolin Neumann, CC BY-NC-SA 3.0 DE)

Kurz vorm Wolkenbruch beim Dockville Festival 2013 (Foto: Carolin Neumann, CC BY-NC-SA 3.0 DE)

Wann gedacht: „Mal ehrlich, langsam bin ich wirklich zu alt für sowas?“
Als ich bei der ersten Bewegung am Samstagmorgen jeden Knochen und Muskel in meinem Körper spürte.

Und was hat diesen Gedanken dann wieder verscheucht?
Ein paar Minuten völlige Einigkeit in Musik und Tanz, siehe schönstes nichtmusikalisches Erlebnis.

Verpasste Acts, die man unbedingt sehen wollte?
Roosevelt wären schon sehr toll gewesen, gehörten aber zu den glücklicherweise in diesem Jahr nur wenigen Überschneidungen in meinem persönlichen Timetable. In Arthur Beatrice habe ich mich in den letzten Wochen verguckthört, die hätte ich persönlich auch gerne gesehen.

Entdeckungen, die man so nicht erwartet hatte?
Miss Li und Band, die einfach unheimlich gute Laune zum genau richtigen Zeitpunkt verbreiteten. Hingegangen war ich eigentlich nur, weil es für unsere (viel zu große) Festival-Reisegruppe ein Treffpunkt sein sollte. Doch die Schweden gehören zu den Bands, deren Großartigkeit sich erst auf der Bühne entfaltet, weil sie so viel Energie versprühen.

Was müssen die OrganisatorInnen kommendes Jahr nun aber wirklich mal in den Griff bekommen?
Ihre Kommunikationsstrategie. Noch am Sonntagnachmittag traf ich Leute, die sich auf Kakkmaddafakka freuten – weil eben ein Posting auf der Facebook-Seite nicht ausreicht. Hier nur mal ein paar Vorschläge, wie sich so was relativ easy mit den vorhandenen Kapazitäten realisieren ließe: ein schwarzes Brett am Eingang, Durchsagen auf den Bühnen, Nutzung des vorhandenen Twitteraccounts, Reagieren auf Anfragen bei Facebook…

Dem Regen trotzen (Foto: Carolin Neumann, CC BY-NC-SA 3.0 DE)

Mit @lemontonic21 dem Regen trotzen (Foto: Carolin Neumann, CC BY-NC-SA 3.0 DE)

Und das Catering? Und die Toiletten? Und das übrige Publikum?
In diesem Jahr mein Geld statt in Bier (Jever, yikes!) häufiger mal in einen annehmbaren Toilettengang mit „Pootopia“ investiert zu haben, war eine hervorragende Idee für das persönliche Komfortgefühl ;) Ansonsten mache ich mir gerade etwas Gedanken, wohin sich der irgendwann mal wunderbar gewesene Festival-Glitzer-Anmal-Verkleidungs-Auffall-Trend entwickelt. Kommen 2014 die ersten nackt?