Oh, wie Recht er hat! Inspiriert durch den oben verlinkten Sven Dietrich, der via Twitter und Blog gerade den Step-by-Step-Abschied von Dropbox und Co. demonstriert, will auch ich die einzelnen Schritte meiner endlich erwachten Datensensibilität dokumentieren. Auf dass es noch mehr Leute tun und damit wieder andere motivieren!

Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Auch wenn Vorsicht ein Arschloch ist und ich für die Sicherheit ein ganzes Stück Komfort aufgebe.

Schritt 1: E-Mails verschlüsseln

Nicht nur, dass ich inzwischen immer wieder betone, dass mir die Leute – vor allem, aber nicht nur im beruflichen Kontext – bitte keine Facebook-Nachricht, sondern eine E-Mail schicken sollen. Mit gefühlt Jahrzehnten Verspätung beschäftige ich mich nun seit einigen Wochen auch endlich mit der Verschlüsselung von E-Mails. Momentan sind erst geschätzt ein Prozent meines täglichen Mailaufkommens verschlüsselt, es braucht schließlich immer einen Gegenpart. Doch angesichts von Crypto-Partys aller Orten bin ich zuversichtlich, dass es noch mehr werden. Nicht zu vergessen die Überzeugungsarbeit, die ich und viele andere gerade zu leisten versuchen.

Dabei ist mir relativ egal, dass ich nun tendenziell sogar eher auf dem Radar der Überwacher lande, weil meine verschlüsselte Kommunikation sie noch neugieriger macht. (Gerne hinterlasse ich deswegen nicht so subtile kleine Botschaften als PS. Mal schauen, ob sie mich kommendes Jahr noch in die USA einreisen lassen.) Alles kein Grund, mich nicht zu schützen, wo möglich. Selbstverständlich entbindet das weder die Politik von ihrer Pflicht, uns zu schützen, noch die Gesellschaft, also uns, von ihrer Pflicht, den Mund aufzumachen und verdammt noch mal nicht „Ich habe doch eh nichts zu verbergen“-Bullshit herauskommen zu lassen.

Und, Caro, wie lief das so mit dem Verschlüsseln? Sagen wir so: Bis zum #cryptoglücksgefühl hat es ein bisschen gedauert. Tutorials, wie ihr je nach Betriebssystem und E-Mail-Programm am besten verschlüsselt, gibt es jede Menge. Persönlich habe ich mit dieser angefangen, dann hier weiter gemacht, noch ein bisschen gegoogelt, zwei Interviews mit Experten geführt (an anderer Stelle bald mehr dazu) und mir schließlich von einem Freund noch ein paar Dinge erklären lassen.


Es ist eben nicht so einfach, wie manche Experten es einem weismachen wollen. Wenn schon ein junger Digitalmensch wie ich das nicht mal eben easy-peasy in einer Viertelstunde hinbekommt, wie ich nun schon mehrfach gehört habe, dann kann ich verstehen, wie weniger versierte Menschen sich winden und warum Verschlüsselung sich auch so bald nicht durchsetzen wird.

Doch wenn ihr Willens seid, dann könnt ihr es lernen (oder zu einer der oben erwähnten Crypto-Partys gehen) und dann wiederum anderen beibringen. Die Vorsichtigeren und Klügeren (sowie die Aluhüte) haben sich über Jahre die Münder fusselig geredet. Jetzt, wo endlich mehr und mehr Menschen erwachen, müssen auch wir einen Beitrag leisten!