5. Hart of Dixie

Möchtegern-toughe New Yorker Jungärztin zieht notgedrungen in die Südstaaten, wo sie eine Arztpraxis geerbt hat und wird wohl allem Widerstand zum Trotz hier stecken bleiben.

Ich wollte „Hart of Dixie“ doof finden, ehrlich. Und nach der Pilotepisode tat ich das auch. Aber das unsägliche Südstaatenkaff Blue Bell hat nicht nur die Hauptfigur erobert, sondern auch mich irgendwie. Ich weiß nicht, ob die Autoren sich kurzfristig verlagert haben oder ob der Schwenk von Anfang an geplant war – die Chemie zwischen den Hauptfiguren Zoe (Rachel Bilson) und Wade (Wilson Bethel) jedenfalls hat sich überraschend zu einem Herzstück der Dramedy entwickelt.
Schwachpunkte: die vollkommen überzeichnete Art der Figur Lemon (bis hin zum Dialekt) – Jaime King war in den bisherigen Folgen immer dann am besten, wenn sie das steife Südstaatenkorsett mal fallen ließ. Und natürlich ist Rachel Bilson seit der ersten Minute und vom teuer gestylten Haaransatz bis zu den Zehenspitzen einfach nicht überzeugend als Ärztin.

(Clip: Ausführliche Vorstellung der Serie)

4. Parenthood

Großfamilie zankt, zofft und streitet, um sich am Ende doch immer wieder zu versöhnen. Viele Banalitäten, aber auch viele bedeutsame Probleme und vor allem jede Menge Herz.

Vergessen wir einmal, dass „Parenthood“ allein schon wegen Darstellerinnen wie Gilmore Girl Lauren Graham oder Bonnie Bedelia (alias Holly Genero McClane aus den „Stirb Langsam“-Filmen) sehenswert ist, auch sonst gehört das Drama auf die Must-See-Liste für Fans von Familienserien. In bester Tradition guter alter The-WB-Serien ist das chaotisch-sentimentale Auf und Ab des Braverman-Clans charmant und berührend. Nach deutlichem Schwund in der zweiten Staffel hat die Serie in der bisherigen Season einige echte emotionale Highlights produziert. Optimaler Ausgleich für das, was sonst so auf meiner Liste steht…

(Clip: Sneak Peek der neuen Staffel)

3. American Horror Story

Zerrüttete Familie versucht in einem prachtvollen Haus in Kalifornien wieder zu sich zu finden, findet stattdessen einen Keller voller Geister und verliert den Verstand.

Horror und ich, das ist so eine Sache. Wahrscheinlich seit damals während „The Ring“ plötzlich das Telefon klingelte, habe ich dem Horrorgenre abgeschworen. (Mein Review zur ersten Episode im „Newshows“-Blog.) Und doch habe ich tapfer die erste Staffel „American Horror Story“ geschaut; selbst wenn ich gewollt hätte, ich hätte nicht abschalten können. Zu fesselnd, zu großartig gruselig und wunderschön verstörend ist das, was die Macher von „Glee“ und „Nip/Tuck“ hier geschaffen haben. War das Absurde bei letztgenannter Serie irgendwann zu absurd, kann es im Keller der „American Horror Story“ gar nicht weit genug gehen.
Und weil ich keine Sekunde des kopfverdrehenden, atemberaubenden Wahnsinns trüben will, spare ich mir an dieser Stelle sämtliche Details zum Inhalt. Wenn ihr die erste Staffel dann gesehen habt, empfehle ich euch zum Beispiel diesen Artikel zu lesen, der beschreibt, wie es in Staffel zwei weitergehen soll – und das ist eine Überraschung.

(Clip: Kurz-Grusel-Trailer)

2. The Good Wife

Alleinerziehende Mutter und Rechtsanwältin, wunderbar gespielt von Julianna Margulies, muss zwischen Beruf, Familie und mächtigem Noch-Ehemann balancieren.

Viele sagen (darunter mein Ex-Serienjunkies.de-Kollege Christian Junklewitz), die aktuelle Staffel des prämierten Dramas „The Good Wife“ sei bislang noch etwas vor sich hingeplätschert. Ich gehöre nicht zu der Sorte Zuschauer, die auf alle Nuancen achtet und jedes Mal präzise Sternchen geben könnte oder möchte. Insofern kann ich nur sagen, dass auch die bisherigen Folgen mich wieder sehr gepackt haben, vor allem wie das private und das berufliche Drama immer nahtloser ineinander überzugehen scheinen. Vor allem bewundere ich die Autoren dafür, wie sie aktuelle, vor allem politische Geschehnisse, in die Handlung einzubinden wissen. Ein bisschen gefordert zu werden, erhöht den Spaß an der Serie nur!

(Clip: Rückblick auf die ersten beiden Staffeln, ein erster Eindruck der neuen Staffel.)

1. Homeland

Ein Kriegsgefangener kehrt in die USA zurück und gerät unter Verdacht, für Al-Qaida zu arbeiten. Hochspannender Politthriller, das „24“ einer neuen Ära.

Und damit kommen wir zu meinem Highlight der bisherigen Season, einer Drama-Serie, die sich anschließt an das, was ich gerade über „The Good Wife“ schrieb: „Homeland“ hat Anspruch, eine unfassbar spannende weltpolitische Dimension und widmet sich dem Thema Terrorismus sogar besser als es seinerzeit „24“ tat (weil von einer anderen Perspektive, der des vermeintlich zum islamistischen Terroristen gewordenen amerikanischen Kriegshelden).
Claire Danes wieder in Serie zu sehen, ist ein Genuss, zumal sie mit der CIA-Agentin Carrie Mathison eine wunderbar komplexe Figur spielt, die von der ersten bis zur finalen Episode der ersten Staffel eine sehenswerte Wandlung durchmacht. Danes dann noch im Doppel mit Damian Lewis‘ undurchsichtigem Nicholas Brody gibt eine Gänsehaut-Mischung, die „Homeland“ für mich auch zur besten neuen Serie der Saison macht.

(Clip: Trailer der ersten Staffel)