Es ist leicht, den Überblick zu verlieren zwischen blip.fm, Last.fm, Napster (oder in den meisten Fällen eher iTunes), Grooveshark, Simfy und all den anderen Musikdiensten in den Weiten des Webs. Aber jeder für sich weiß immer mit irgendwas zu locken, das die anderen nicht haben, und ehe man sich versieht, hat man ein Bookmark mehr in seinen Favoriten. Seit dieser Woche sind das bei mir zwei Tools, jedes fantastisch auf seine Art: Listening Room und YouTubeDisko.



Listening Room bringt Geselligkeit für Zuhause-Bleiber. Gedacht als virtuelles Beieinander für Musikfreunde, kann man hier in einem sogenannten Listening Room gemeinsam MP3s hören. Jedes Mitglied eines „Hörraumes“ kann MP3s hochladen, die dann jeder andere im Stream auch bei sich hört. Und wer hier feststellt, wie unterschiedlich Geschmäcker sein können, der kann sich seinen Frust im zugehörigen Chatfenster von der Seele schreiben. Schöner wäre natürlich eine Art Like-/Dislike-Feature. Übrigens: Wenn ihr nicht die ganze Zeit den Alleinunterhalter geben wollt, empfehle ich eine möglichst große Gruppe. Sonst wird’s nicht nur anstrengend, sondern auch relativ sinnlos.

Unklar ist leider, was mit den zwischengespeicherten Daten passiert. Besorgt sich da womöglich jemand den Musikkatalog des Jahrhunderts, ohne dass wir es merken? Ich habe den Tüftler des Ganzen, @abefettig, gefragt (bisher ohne Antwort) – er freut sich übrigens über direktes Feedback zum Projekt.

Nachtrag, 9. Januar. Antwort des Entwicklers: „The only data people can access is the current song, from the current position onward. Files are deleted after playing.“

(Entdeckt dank @kixka, die auch hier davon berichtet)



Das andere Musiktool, das ich euch unbedingt vorstellen muss, heißt YouTubeDisko und behebt ein „Problem“, das sicherlich einige von euch schon mal so oder so ähnlich erlebt haben: Auf der Party weichen Platten-/CD-/MP3-Sammlung irgendwann zwangsweise einem wilden Hin und Her von YouTube-Videos.

Die Stille zwischen den Songs, das Springen zwischen den verschiedenen Tabs, das Stöhnen der genervten Gäste – braucht keiner. Deswegen einfach mal anschauen, diesen selbsternannten „grösste Plattenkoffer der Welt“ (Zitat auf Facebook). Ihm fehlen natürlich auch noch so einige Dinge wie ein automatisches Faden zwischen den Songs, damit man nicht am Ende doch die ganze Zeit wieder mit der Maus in der Hand sitzt statt mit dem Bier.