Im Journalismus gibt es einen gängigen, für die Arbeit oft unschönen Ausdruck, der heißt „Unter drei“. Was gemeint ist, lasse ich kurz Wikipedia erklären:

Unter zwei – die Information und das Umfeld der Quelle dürfen zwar wiedergegeben, aber nicht direkt zitiert werden: Wie aus Kreisen der CDU zu erfahren war, hat die Bundesregierung angesichts der aktuellen Finanzkrise…

Unter drei – die Information darf nicht öffentlich verwertet werden. Der Journalist hat sie ausschließlich für seinen eigenen Hintergrund erhalten. Das Gesagte kann aber Anlass für weitere Recherchen sein oder in Artikel und Kommentare des Journalisten indirekt einfließen.

Diese zweite Art der Geheimhaltung verstand sich auch beim medienjournalistischen Seminar der Grimme-Akademie, von dem ich gerade erschöpft, aber hochmotiviert auf der Rückreise bin, fast von selbst. Aus den Plaudereien der Medienmacher darf ich also nichts wiedergeben, was schade ist. Nicht, dass sie Interna geteilt hätten, die es sich investigativ zu untersuchen lohnen würde; aber in der meist lockeren Atmosphäre fiel natürlich das ein oder andere sehr amüsante Zitat.

Kein Geheimnis: Sevenload ist optimistisch, dass bis Ende des Jahres endlich ein Deal mit Warner Music steht. Aber das haben auch schon ganz andere gedacht…

Unter Drei; Bidl: Anderson Mancini, CC-Lizenz

Mein Seminar-Fazit
Wer medienjournalistisch arbeitet, arbeiten will oder verstehen will, wie Medienjournalisten so ticken (Spione der „anderen“ Seite, sprich PR, gab’s nämlich auch), der sollte sich das nächste Grimme-Seminar 2011 schon mal vormerken. Kompakt an vier (faktisch drei) Tagen bekam eine kleine Gruppe von gerade mal einem Dutzend angehender Superreporter sowohl Hintergrundwissen als auch nützliche Tools vermittelt.
Es war eine äußerst motivierende und hochkarätig besetzte Zeit – obwohl gleich zwei Referenten ausgefallen sind; für Hans Leyendecker von der SZ durfte Steffen Grimberg von der taz überziehen, statt Hans-Jürgen Jakobs von SZ Online kam Lukas Heinser vom BILDblog (und Coffee and TV , meinem langjährigen Lieblingsblog).
Ich bin ja bekannt dafür, dass ich Sachen gerne doppelt mache; immerhin habe ich auch gleich zweimal Journalismus studiert und im Rahmen des Masters dadurch auch viele Wiederholungen gehabt. Aber dreifach hält eben noch besser. In diesem Sinne vielen Dank an die Grimme-Akademie, die diese inspirierende Erfahrung samt bester Umsorgung durch den Deutschlandfunk möglich gemacht hat.