Gerade noch im australischen Outback, schon inmitten der größten Geeks des deutschen Landes. In den kommenden Tagen lest ihr hier, wie es auf der Internet-Konferenz re:publica 2010, dieses Jahr unter dem Motto Nowhere, so läuft. Erwartet keine ausführlichen Berichte von allen Panels, sondern meinen ganz persönlichen, noch von meiner Web-armen Australienreise beeinflussten Blickwinkel.

Es war nicht meiner Motivation bester Tag, und mein gutes Händchen für die Vortragwahl hat auch einen Tag Pause gemacht. Deswegen heute nur eine kurze Zusammenfassung und dann hoffentlich am dritten und letzten Tag wieder bessere Erfahrungen.

Was gut war:

  • Marvin Ammoris sehr amüsante und kurzweilige Rekapitulation des Kampfes gegen Comcast in den USA (siehe dazu savetheinternet.com)
  • Der Vortrag zum Projekt Wikileaks, den ich leider halb verpasst habe, der dafür am Ende sogar stehende Ovationen bekam; auch wenn ich etwas schockiert darüber bin, wie der ein oder andere Twitternutzer Wikileaks parallel als den besseren investigativen Journalismus bezeichnete. So toll das Ganze auch ist, aber Journalismus ist für mich dann doch was anderes. Wobei Daniel Schmitt leider Recht hat, dass es allen den meisten Medien mehr um ihre eigene Machtstellung geht als dass sie nur die Öffentlichkeit aufklären wollen – was ihm zufolge übrigens auch der Grund ist, warum sich Whistleblower an Wikileaks statt an klassische Medien wenden.
  • Bier/Clubmate/whatever mit @AndiH, @nepomuk, @lemontonic21, @taenzerme und @blastactionhero.


Was nicht so gut war:

  • Für ein Aufregerthema wie die Netzneutralität war zumindest der Vormittag ganz schön diskussionsarm. Weder die Einführungsveranstaltung noch das Panel „Netzneutralität in Deustchland“ unter anderem mit Constanze Kurz vom Chaos Computer Club haben mein Gemüt so wirklich erregt, um nicht zu sagen, ich habe mich ein wenig gelangweilt.
  • Von „Mobile Activism“ habe ich nach dem Panel vom vorherigen Jahr und meinem Interview mit Geraldine de Bastion mehr erwartet; nach einer Viertelstunde habe ich zugunsten des Internet-Hass-Forums in der Kalkscheune den Friedrichstadtpalast verlassen….
  • …nur, um dann dort leider draußen vor einem prall gefüllten Raum zu stehen und kaum etwas zu hören. Außer: @misscaro, die sich über einen Twitterer aufregte, der sie im Fitnessstudio sah, twitterte, dass gerade @misscaro neben ihm auf dem Laufband stehe anstatt einfach mal hallo zu sagen. Auf diesem Panel hätte ich gerne gesessen.

Was ich gelernt habe:

Worauf ich mich freue:

  • Noch mehr Gründe, das Internet zu hassen, diesmal mit @diplix von wirres.net
  • Bier/Clubmate/etc. mit @MoritzAdler, nachdem wir nun schon gegenseitig Twitter-Vertretung gespielt haben und so weiter.

Ein Tipp zum Abschluss des Tages: „Yesterday I drew penises, today I’ll draw robots“

Graphic Recordings von @annalena

Foto courtesy of @annalena

@annalena erstellt live auf der re:publica sogenannte Graphic Recordings von einigen Vorträgen, die in der Kalkscheune ausgestellt werden. Ziemlich cool, vor allem, wenn man wie ich gestern die Chance hat, die Künstlerin beim Malen von Penissen beobachten kann.

Nachtrag zu Tag 1

Jarvis Denkfehler: in einer Sauna steht nicht mein Name auf meinem Bauch. Meine Hobbys, mein Alter und meine Krankheiten auch nicht. #fail

(schreibt @karlcarlson)