Da kann die US-Organisation GLAAD noch so viel analysieren, manches lässt sich einfach nicht in Zahlen ausdrücken: dass das Thema Homosexualität in den 2000ern immer noch viel zu stiefmütterlich angefasst wurde zum Beispiel. Ein Kommentar.
Es begann mit zaghaften ersten Schritte in 80ern und 90ern: In Serien wie „L.A. Law“ (1986) und „Picket Fences“ (1992), später im Teenie-Klassiker „Willkommen im Leben“ (1994) und Jason Katims kurzlebigem „Relativity“ (1996) waren die ersten fiktionalen Charaktere homosexuell – eine Pionierleistung von TV-Machern, die man dafür bis heute ohne Zögern mutig nennen darf.
Doch nicht selten waren sie nur für kurze Zeit dabei oder nur… nennen wir es übergangsschwul. Es ging bei ihren Storylines – das war offensichtlich – mehr um den gleichgeschlechtlichen Kuss als Zuschauermagnet denn um die Geschichten selbst. Und überhaupt waren und sind es noch immer vorrangig lesbische Konstellationen, die wir in Fernsehserien zu sehen bekommen. Schwule Ausnahmen bestätigen die Regel.