Mit Krankenhaus-Serien ist das so eine Sache: Wenn es die ganze Zeit nur um den jeweiligen „Fall der Woche“ geht, also ein Kranker behandelt wird, Angst, Drama, buh-huh… dann habe ich keinen Grund dabei zu bleiben. Denn wenn ich eins gelernt habe aus Jahren „Emergency Room“ oder „Grey’s Anatomy“, dann ist das folgendes: Egal, wie oft man Begriffe wie Thorax oder Pneumonie auch hört, man hat dennoch nie eine Ahnung, worum es eigentlich geht. Deswegen ist für mich eine Mediziner-Serie erst dann gut, wenn sie mehr bieten als den ewig gleichen Doktor-Slang und Woche für Woche unglaubwürdigere medizinische Wunder – trotz ungewöhnlichem Blickwinkel fehlt „Trauma“ und „Three Rivers“ das besondere Etwas.

Trauma
Noch ’ne Serie über Mediziner, allerdings über Notfallmediziner und das macht das ganze schon etwas sexier als so manches Krankenhauskonzept. „Trauma“ kombiniert Liebesdrama à la „Grey’s Anatomy“, medizinischen Alltag und schnelle Action à la „Rescue me“. Mit letzterem sind die Macher leider gleich in der ersten Folge etwas übers Ziel hinaus geschossen. Zusammenstoßende Helikopter, mehrere Explosionen – was sich exzellente, lang laufende Serien wie „Emergency Room“ nur zum Staffelfinale trauten, wagte „Trauma“ in seiner Pilotfolge gleich doppelt. Damit erinnerte die Serie mich ehrlich gesagt ein bisschen an „Alarm für Cobra 11“ und das ist kein Kompliment, auch wenn die deutsche Serie unter internationalen Fernsehmachern (angeblich) noch so bekannt und für ihre ausladenden Actionsequenzen beliebt ist. Leider kann auch der Cast (unter anderem Anastasia Griffith aus „Damages“), der von der ersten Folge an unter Hochspannung spielen muss, nicht von Anfang an überzeugen.


(Direkttrauma)

Three Rivers
Und last, but not least, die letzte der neu gestarteten Mediziner-Serien in diesen Herbst, diesmal mit dem Schwerpunkt Transplantationen: „Three Rivers“. Im Kern jeder Episode stehen drei Stories, die des Spenders, des Empfängers und des chirurgischen Teams. Obwohl das ein neuartiger, durchaus sehenswerter Ansatz ist und die Serie mit Alex O’Loughlin („Moonlight“) in der Hauptrolle einen wirklich guten Grund zum Einschalten bietet, konnten mich die ersten 40 Minuten bislang nicht überzeugen. Viel zu etepetete ist das Krankenhaus, zu pseudo-futuristisch die ganze Optik und die Arbeitsweise, zu nervig die Split-Screen-Technik, die ständig angewandt wird, und viel zu bunt die Farbeffekte während dieser Zwischenszenen. Auch fehlte mir – da bin ich ehrlich – in der ersten Folge weitestgehend die persönliche Ebene der Figuren.

Hier gibt’s die ersten paar Minuten der Pilotepisode:

(Direktdrei)

Weitere Teile dieser Reihe: