Meine Liste der noch zu guckenden neuen Serien wird langsam kürzer – obwohl einige der spannendsten Neustarts erst in Kürze anlaufen, die Neuauflage der Science-Fiction-Miniserie „V“ mit Elizabeth Mitchell (aus „Lost“) zum Beispiel oder das Medizin-Drama „Three Rivers“ mit „Moonlight“s Alex O’Loughlin. Wo wir gerade von Mediziner-Serien sprechen: Als gebe es davon nicht schon genug, werden wir auch in dieser Season wieder mit neuen Krankenhausgeschichten zugeschüttet. „Mercy“ ist darunter ebenso einzigartig wie die Musical Dramedy „Glee“, zwei meiner absoluten Empfehlungen dieser Saison.


Glee
Diese neue Serie ist – anders als in meinem ersten Blogeintrag vor einigen Monaten geschrieben – keineswegs ein Teeniefilm in Serie. Natürlich sind die entsprechenden Elemente – von der intriganten Cheerleaderin bis zur Streberin, die in den Quarterback verliebt ist – unbestreitbar, aber davon abgesehen hat es so was wie diese Musical Dramedy noch nicht gegeben, jedenfalls nicht dass ich wüsste. „Glee“ kombiniert eben nicht nur Gesang, Tanz und Sport mit den typischen Highschool-Geschichten, sondern hat auch erwachsenes Familiendrama und trotz der komödiantischen Grundelemente einen durchaus seriösen Unterton. Es geht um Selbstverwirklichung, nicht nur seitens der singenden Teenies. Außerdem ist „Glee“ nicht zuletzt dank der unvergleichlichen Jane Lynch (die mit dem giant repellant umbrella gegen die Homoehe) bissige Comedy.

Szene aus der vierten Folge:

(Direkttanz)

Mercy
Und noch ’ne Krankenhausserie. Haben wir nicht langsam genug von der Sorte?, könnte man fragen. Sollte man aber nicht, wenn man die Pilotepisode gesehen hat. Denn obwohl sich „Mercy“ genau wie das erst jüngst beendete „Hawthorne“ um Krankenschwestern dreht und die amourösen Verwicklungen der Hauptfiguren an das Meredith-Derek-Addison-Dreieck in „Grey’s Anatomy“ erinnern, bringt diese neue Drama-Serie ein neues Element in den Mix, das zum Anschauen anregt: Die im Zentrum stehende Schwester Veronica ist frisch aus dem Irak heimgekehrt und versucht sich jetzt in ihrem alten Umfeld wieder einzugewöhnen. Die Figur hat wie der in „Grey’s Anatomy“ neu eingeführte Dr. Owen Hunt eine posttraumatische Belastungsstörung von der Front mitgebracht. Wie lange das Kriegsthema eine Serie tragen kann, ist fraglich, aber es macht „Mercy“ neben seinen weit weniger klischeehaft besetzten Nebencharakteren (u.a. Guillermo Díaz, zuletzt als Gangster Guillermo in „Weeds“ zu sehen) wesentlich sehenswerter als das vollkommen überzeichnete „Hawthorne“. (Hier geht’s zum „Mercy“-Review auf serienjunkies.de.)


(Direktmercy)

Weitere Teile dieser Reihe: