Und noch mehr neues Serienfutter, diesmal für Fans von Hexerei, mächtigen Dekolletees und Familien, deren Oberhaupt Al Bundy ist.

Eastwick
Wann immer für eine Fernsehserie Material aus Büchern oder Filmen Pate steht, laufen die Macher Gefahr, im großen Stil Zuschauer zu verprellen. Denn wer über Jahre eine Buchreihe wie die Sookie-Stackhouse-Reihe gelesen hat und dann Alan Balls serielle Umsetzung „True Blood“ sieht, der kann mitunter genauso enttäuscht sein wie Fans des achtziger-Jahre-Klassikers „Die Hexen von Eastwick“. Denn die neue Serie „Eastwick“ hat mit Jaime Ray Newman („Veronica Mars“), Lindsay Price („Lipstick Jungle“) und Rebecca Romijn („Ugly Betty“) leider nur inadequaten Ersatz für das verhexte Original-Trio aus Michelle Pfeiffer, Susan Sarandon und Cher. Und Paul Gross als Darryl Van Horne kommt – so jedenfalls der Eindruck nach der ersten Folge – nicht annähernd an die Genialität eines Jack Nicholson heran. Da hilft auch nicht, dass Veronica Cartwright in der Neuauflage wieder die Rolle der Skeptikerin spielt, die Van Hornes teufliche Absichten durchschaut und die drei Neu-Hexen zu warnen versucht.


(Direkthexen)

Modern Family
Als Christina Applegate mit „Samantha Who?“ in die Serienwelt zurückkehrte, waren sie sogleich wieder da: die Assoziationen mit ihrem alten Alter Ego, der Dumpfbacke aus der Kultserie „Eine schrecklich nette Familie“. Und so ist es auch jetzt, da Ed „Al Bundy“ O’Neill mit einer Comedyserie auf die Bildschirme zurückgekehrt ist. Ein solches Image wird man halt nicht mehr los. David Hasselhoff wird auch für immer der mit der roten Badehose sein, Macauly Culkin ist auf ewig „Kevin allein zu Haus“ und Sarah Michelle Gellar wird allen Bemühungen zum Trotz für mich nie jemand anderes sein als „Buffy“. Wenn man sich jedoch Mühe gibt und den Al Bundy hinter sich lässt – was zugegebener Maßen wirklich schwierig ist, denn die Charaktere teilen nicht nur einige Charakterzüge, sondern Ed O’Neill kokettiert mit seinem zunehmenden Körperumfang ebenso wie mit seiner alten Rolle -, ist „Modern Family“ für mich die beste neue Comedy der bisherigen Season. Und das, obwohl ich das Format der Pseudo-Doku à la „The Office“ oder „Parks & Recreations“, wo die Familien wie in einer Fernsehdokumentation vor der Kamera die Geschehnisse kommentieren, eigentlich nicht mag. Mein Favorit unter den vielen Figuren der Großfamilie ist Ty Burrells Phil, der sich für den coolsten aller Väter hält und das mal kurz dadurch demonstriert, dass er seinen Kids einen Song aus „Highschool Musical“ vortanzt.


(Direktpatchwork)

Weitere Teile dieser Reihe: