Manchmal sind frische, neue Serien genau das Richtige. Der Staffelauftakt von „Grey’s Anatomy“ hat mich zum Beispiel gänzlich enttäuscht, „One Tree Hill“ ist nach sechs Jahren und ohne seine wichtigsten Hauptdarsteller irgendwie vorbei, aber danach habe ich „Vampire Diaries“ gesehen und „FlashForward“ – und letzteres ist wohl die beste Serie seit „Lost“.

FlashForward
Alle Menschen auf dem Planeten werden für 2 Minuten, 17 Sekunden ohnmächtig und sehen in dieser Zeit, wie ihre Zukunft in einem halben Jahr aussehen wird. Als sie aufwachen, ist die Welt ins Chaos gestürzt und es gilt, herauszufinden, was zur Hölle vor sich geht. Ralph Fiennes – schon immer der bessere der beiden Fiennes-Brüder – spielt die Hauptrolle in dem neuen Drama. Und obwohl es an sich lächerlich ist, die Serie mit „From the network that brought you LOST“ zu bewerben, ist es auch nicht ganz falsch: Außer, dass beide Serien extrem spannend sind und Entwicklungen weit voraus geplant zu seien scheinen, haben die Serien nichts gemein. Na ja, zudem Sonya Walger, die in „Lost“ Desmonds Penny spielt, in einer Hauptrolle und eine lustige „Lost“-Anspielung. Und dennoch musste ich unwillkürlich an meine Lieblingsserie (also „Lost“) denken, denn von „24“ abgesehen hat mich noch nie eine Serie so gefesselt, dass ich nicht auf Toilette gehen wollte, nicht gegessen habe und danach derart rastlos war. Ich kann die nächste Woche und die weiteren Entwicklungen nicht abwarten, denn ich frage mich, wie sie diese Serie auf Dauer am Leben halten wollen. In sechs Monaten in Serienzeit sind alle Flashforwards vermutlich wahrgeworden oder wurden verhindert. Auch wenn dann immer noch nicht klar ist, was den globalen Blackout eigentlich verursacht hat, ist der Kern der Serie ja auf einmal weg. Außer alle fallen noch mal in Ohnmacht, aber das wäre ja doch eher lahm. Also – werden die Macher die sechsmonatige Geschichte auf mehrere Staffeln ausdehnen? Endet die erste Staffel mit dem 29. April 2010, an dem die Flashforwards stattfinden? Okay. Ich bin jetzt schon total süchtig.

Achtung, es folgt der Promoclip für alles nach der ersten Folge:

(Direktforward)

The Vampire Diaries
Vampire gibt’s im Fersehen genug: In „True Blood“, bis vor einer Weile in „Moonlight“, hin und wieder in „Supernatural“. Doch seit „Buffy“ hat es keine Vampirserie mit Teenie-Elementen mehr gegeben und für jemanden wie mich, der ja bekanntlich auf beides steht, ist die neue Serie „The Vampire Diaries“, mal wieder die Adaption einer bekannten Buchreihe, die perfekte Mischung. Wer keines von beiden mag, sollte von dieser Serie vermutlich die Finger lassen. Und zugegeben: Nach drei Folgen hat mich „The Vampire Diaries“ noch nicht vollkommen in seinen Bann gezogen, aber mit einer schönen Mischung aus menschlichem Highschool-Alltag und magischen Nebengeschichten sowie „Lost“s Ian Somerhalder in einer ungewohnt boshaften Rolle, hat die Serie so einiges zu bieten, das mich auf Dauer überzeugen könnte. Dass ich einen Heiligen Mittwoch verkünde, wie damals, als ich beim „Buffy“-Gucken nicht gestört werden wollte, sehe ich allerdings in absehbarer Zeit nicht.

(Direktvampire)

Accidentally on Purpose
Diese Serie ist der Beweis dafür, dass ich abends nach acht Uhr keine Reviews mehr schreiben sollte. Als ich die neue Sitcom mit Jenna Elfman (der New-Age-Tante aus „Dharma & Greg“) neulich gesehen habe, fand ich sie nicht schlecht: Frau trifft Mann, wesentlich jüngeren allerdings. Sie haben Sex. Sie wird schwanger. Er zieht bei ihr ein. Der Ex erfährt es. Eine Dreiecksgeschichte bahnt sich an. Dazu noch Freundinnen, Familie und Arbeit. Es ist halt eine dieser Sitcoms – genau wie besagtes „Dharma & Greg“ -, die in einigen Jahren in Dauerschleife auf irgendeinem Comedysender laufen. Nichts anderes habe ich gemeint, als ich meinen Text damit beschloss, „Accidentally on Purpose“ einen potentiellen Dauerbrenner zu nennen. In Wahrheit bin ich nicht der größe Jenna-Elfman-Fan und eine Serie, die sich um eine von jüngeren Männern besessene Frau (Cougar) handelt, ist wahrlich genug – und wenn ich mir eine aussuchen müsste, dann wäre das definitiv „Cougar Town“ (Review bei serienjunkies.de).


(
Direktunfall)

Weitere Teile dieser Reihe: