Es passiert mir nicht oft nie, dass ich brandheiße Nachrichten mitgeteilt bekomme oder Einblick in geheime Informationen habe. Von daher kann ich vielleicht nicht nachvollziehen, was Menschen bewegt, solche Infos, gerade wenn sie wirklich geheim sind, zu twittern. Aber mich darüber wundern, wie gestern bei der vorzeitigen Verkündung der Wahlprognosen per Twitter, kann ich allemal. Schon beim letzten Mal drohten die deutschen Parteien angesichts ähnlicher Ereignisse bei der Bundespräsidentenwahl mit dem einzigen Mittel, das sie zu kennen scheinen: einem Verbot. Ich frage mich, wann die ersten Politiker in dieser Woche mit einem Maßnahmenkatalog für die Bundestagswahl um die Ecke kommen…

Selbstverständlich hat sich mit der Nutzung von Webdiensten wie Facebook oder Twitter, ja schon E-Mail und SMS, unser Verhalten geändert, auch im dreidimensionalen Leben. Wie schnell bei einigen Menschen jedoch das falsche Verständnis von der Generation Upload, um mal den meiner Meinung nach nicht schlecht getroffenen Begriff von Vodafail Vodafone zu borgen, auch Moral und Anstand korrumpiert hat. Es braucht nicht mal ein besonders zwonulliges Einfühlungsvermögen und Webiquette-Verständnis, um zu kapieren, dass man bestimmte Dinge nicht per Twitter weitergeben sollte. Wie kann man glauben, dass Geheimnisverrat im Internet okay ist? Dass einstige Moralvorstellungen im neuen Medium nicht mehr gelten? Mich jedenfalls regt diese Unverantwortlichkeit tierisch auf. Das musste mal gesagt werden.