„Gucke ich generell nicht“, „alles Schrott“, „deutsch halt“ – typische Kommentare, sobald es um die deutsche Serie geht. Auch ich echauffiere mich gerne über Formate wie „Cobra 11“, deren Erfolg ich einfach nicht verstehen kann, gucke gleichzeitig gelegentlich Trash-Soaps wie „Verbotene Liebe“ oder „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“, lache über die neuste RTL-Kreation „Lasko“ und schalte ab, sobald ich eine deutsche „CSI“-Kopie wittere.

Tatsächlich hat mich seit „Berlin, Berlin“ keine Serie mehr an den Fernseher fesseln können, nicht einmal „Türkisch für Anfänger“, was wohl auch ein wesentlicher Grund dafür ist, dass mein DVB-T-Receiver nur noch selten arbeiten muss. Er schwächelt ohnehin. Das deutsche Fernsehen hat also nur dazu beigetragen, dass ich das Gerät mittlerweile in vorzeitigen Teilruhestand geschickt habe. Die krönende Ausnahme von all dem TV-Trash, für die ich gerne absofort wieder jeden Montag meinen Fernseher anschalte, ist „Doctor’s Diary“ des preisgekrönten Bora Dagtekin („Türkisch für Anfänger“). Die Serie – Genre Dramedy, wie man’s heute so schön nennt – ist nämlich entgegen der anfänglichen Kritikervorurteile kein „Grey’s Anatomy“-Abklatsch.

Ich hatte bereits die Gelegenheit, die Doppelfolge zum Auftakt der zweiten Staffel, die heute Abend bei RTL startet, zu sehen, und ich kann euch sagen: Ich habe über eine deutsche Serie lange nicht mehr so gelacht. Die ein oder andere Story in den neuen Folgen ist zugegebenermaßen leicht überzogen, und die Charaktere sind nach wie vor geradezu klischeehaft überzeichnet, doch genau so soll es sein.

Eine lesenswerte ausführliche Rezension der Doppelepisode hat übrigens meine Kollegin Bettina Ebenbeck drüben bei Serienjunkies.de geschrieben.