Nachdem ich schon sehr detailliert über die beiden Tage des Netzwerk-Recherche-Treffens erzählt habe, will ich noch ein kurzes Resümee der Tagung insgesamt los werden.

Was ich gelernt habe

  • Selbst freie Journalisten mit langjähriger Erfahrung haben Angst vor der Krise, wie soll es da uns „Anfängern“ gehen?
  • Es gibt nicht nur die zwei Extreme: Journalisten, die Blogs und Twitter als das Ding überhaupt beschwören, und solche, die eine unglaubliche Ignoranz dem Potential gegenüber an den Tag legen. Mir sind auch jene begegnet, die zumindest dazu stehen, dass sie sich noch gegen Social Media sträuben, sich das aber eigentlich längst nicht mehr leisten können.
  • Theorie bringt gar nichts, wenn man sie nicht in der Praxis übt. Das gilt für das Führen von Interviews genauso wie für das Verhandeln als freier Journalist.
  • Meine Ausbildungsstätte, die Hamburg Media School, ist noch immer nicht bekannt genug bei Kollegen. Schade.

Was ich gut fand

  • Sehr interessantes Programm mit gut besetzten Panels. Es wurde auch über den Tellerrand hinausgeschaut und Gäste eingeladen, die nicht in die Kategorie „übliche Verdächtige“ fallen.
  • Moderatoren und Moderatorinnen, die ihr Handwerk verstehen, etwa Julia Stein („Zapp“), die das Niggemeier-Panel äußerst gelungen führte. Es hat schon Vorteile, wenn man als Veranstalter aus dem gesamten Pool des Öffentlich-Rechtlichen schöpfen kann.
  • Zeitlich war es zwar zum Teil ein wenig holprig, aber insgesamt eine sehr professionelle Organisation. Sogar W-Lan gab’s (was in manchen Vorjahren nicht der Fall gewesen sein soll).
  • Die Veranstalter haben versucht auf die unerwartete Nachfrage nach manchen Panels zu reagieren und eine Wiederholung zu organisieren, das lobe ich mir!
  • Ich habe viele bekannte Leute wiedergesehen und einige neue interessante kennengelernt.

Was mir nicht gefallen hat

  • So wie einst in einem Seminar, das ich mal bei ihm hatte, zeigte Kuno Haberbusch auch auf der Netzwerk-Recherche-Tagung zur Einführung in viele mindestens zwei Panels einen Film aus „Zapp“. Na, wenn das mal keine Vermischung von Journalismus und PR ist.
  • Manche Veranstaltungen hätten von vornherein mehr Zeit bekommen sollen, hätten sich durchaus vielversprechende Diskussionen sicherlich noch besser entwickeln können.