Journalistisch groß geworden, wenn man das so sagen kann, bin ich bei der Olper Lokalausgabe der Westfalenpost. Heute jedoch, wann immer ich bei meinen Eltern zu Besuch bin und meine alte Tageszeitung noch mal zur Hand nehme, lege ich sie oft ganz schnell wieder weg.

Das mag zum einen daran liegen, dass eine Lokalzeitung vor allem dann Sinn macht, wenn man noch einen Bezug zu seiner Heimatstadt hat. Der ist mir jedoch, von Freunden und Familie, schon weitestgehend abhanden gekommen. Den Mantelteil der Westfalenpost spare ich mir gänzlich, weil dort ohnehin zu gefühlten 99 Prozent (in Wirklichkeit ist es wahrscheinlich nicht ganz so viel) Agenturnachrichten abgedruckt werden, viel Hintergrund Fehlanzeige. Das meiste habe ich schon am Vortgag in diversen Onlinemedien, bei Twitter oder im Fernsehen mitbekommen. Es ist das übliche Dilemma der Tageszeitung.

Doch versteht mich nicht falsch. Dieser Blogeintrag soll kein Plädoyer gegen die Tageszeitung sein und auch keine Aufforderung, über den Nachrichtentellerrand hinauszuschauen und mehr Hintergrund zu bieten, obwohl das natürlich eine schlaue und weitreichend bekannte Forderung ist. Worauf ich eigentlich hinaus wollte mit diesem Blogeintrag, ist etwas anderes: ein lustiges kleines Stück einer Autorin, das ich vorhin las. Zum ersten Mal habe ich mit „meiner“ alten Lokalzeitung gelacht anstatt wie manch anderes Mal über sie.

Erzieherin Eva ist für Kindergartenkind Tom mit ihrer rundlichen Figur und der großen Oberweite zum Anschmiegen einfach richtig kuschelig. Als sich Eva drei Wochen Urlaub gönnte, sprang Kollegin Michaela zum Schmusen ein. Sie war ganz anders als Eva: Schmale Hüften, kleiner Busen. Tom machte es sich auf Michaelas Schoß bequem, beugte den kleinen Kopf Richtung Brustkorb der Erzieherin und stutzte: „Du, Michaela, hast du auch Brüste?“ – „Natürlich habe ich auch welche“, erwiderte diese. Tom strahlte erleichtert: „Gut, kannst du sie morgen mal mitbringen?“