„Ey tschuldigung, das muss ich mir jetzt echt nicht von dir geben lassen!“

Böse Worte vom angehenden Möchtegern-Topmodel Jessica zur österreichischen Einzelgängerin Larissa in der letzten Folge von „Germany’s Next Topmodel“. Und wenn Sie mich fragen, gilt das für die gesamte aktuelle Staffel.

Nein, liebe Heidi und ProSieben, so etwas müssen wir uns tatsächlich nicht geben lassen. Wer sich den Modelzirkus ansieht, der hat eine gewisse Erwartung an die Sendung: Man will sich amüsieren, sich an den Streitereien und den emotionalen Ausfällen der Nachwuchsmodels ergötzen und sich drüber freuen, noch mal in die Tüte Chips greifen zu können ohne dass Peyman gleich mit dem Maßband neben einem steht.

Dazu braucht diese Sendung eine wichtige Zutat, die es bis jetzt in jeder Staffel gab: Eine Zicke, die alle unsympathischen Eigenschaften in sich vereint. Die arrogante Tessa hätte dieser Jemand sein können, doch hatte für sie der Zirkus schon ein Ende. Alle Hoffnung der Zuschauer ruhte nach Tessas Abgang auf Larissa, und die Österreicherin hätte auch durchaus Potential gehabt. Doch das Konzept ist bislang nicht aufgegangen. Ich habe das Gefühl, ProSieben versucht zwanghaft einen Zickenkrieg hervor zu zaubern.

Das Mittel dafür: Die Models einfach mal selbst entscheiden lassen, wer mit zum Casting darf. Herzlichen Glückwunsch, das ging ja dann mal voll in die Hose! Bis auf einen kleinen Streit, der eher Mitleid erregt, als amüsiert, kommt nichts raus. Und gerade mal eine weint. Irgendwie alles zum Gähnen.

Letzter Lichtblick war die Entscheidung, aber… tja, wie sollte es anders sein: Am Donnerstag flog keine raus. Wer noch nicht eingeschlafen war, ärgerte sich spätestens jetzt über die Zeit, die er vorm Fernseher verschwendet hatte – in der Hoffnung, in einem der neuen Mädchen stecke eine Fiona oder eine Giselle. Und am Ende hätte man’s nicht besser zusammenfassen können als die wortgewandte Heidi es tat (Wo steht wohl ihr Teleprompter?): „Diese Woche warst du ein bisschen farblos.“

Autorin: Katharina Hamberger