Ja, es gibt sie noch, die Perlen unter den Musikvideos. Aber seien wir doch mal ehrlich: Seit die Hip-Hopper dieser Welt die Musikvideolandschaft mit halbnackten tanzenden Damen bevölkert haben, verlieren die Videoclips an Relevanz. Es gibt aber auch so viel besseres! Statt wie einst „Video killed the radio star“ müsste es, wenn es nach mir ginge, jetzt Jam session kills the video star heißen.

Das neue Musikfernsehen liegt im Netz, das ist ja nun kein Geheimnis mehr. Besonders toll finde ich dabei aber nicht die Formate, wo Musikvideos aneinander gereiht werden. Im Gegenteil: Je mehr live, je improvisierter und je ungewöhnlicher die Location, desto besser.

Mein Lieblingsbeispiel ist BalconyTV, deren Konzept – Musiker quetschen sich auf einen Balkon hoch über der Hamburger Reeperbahn – mir deshalb besonders gut gefällt, weil ich schon dort war (um es anzugucken und darüber zu schreiben, nicht um zu singen, keine Sorge). Hier ein besonders anschauliches Beispiel davon, wie eng es auf dem Balkon ist und wie cool manche Musiker dem Hamburg Wetter trotzen:


(Direktbalkonien)

Kürzlich habe ich Black Cab Sessions entdeckt. Ähnliches Konzept, andere Lokalität: ein Taxi. Frei nach dem Motto „one song, one take, one cab“ werden die Musiker mit einem Taxi für die Länge eines Songs durch die Gegend gefahren. Oder auch mal für zwei Songs, wie hier bei The Kooks.


[Direkttaxi/The Kooks direkt auf blackcabsessions.com/]

Besonders schöne finde ich auch das französische Les concerts à Emporter und zwar nicht nur, weil im folgenden Video meine neusten Entdeckung Lykke Li zu sehen ist:

(Direktlykke)

Wenn Sie noch mehr solcher schöner Formate kennen, dann ab damit in die Kommentare.

Nachtrag 11:47 Uhr – Zu dem Format (Behind) Closed Doors kann ich leider auf die Schnelle nichts genaueres finden, aber bei Youtube finden sich zahlreiche Videos, die nach dem Prinzip entstanden sind. Sehr originell! (Danke, @FelixN)


(Direkthelden)