Wir haben ja schon gestern kurz über schlecht gemachtes deutsches Web-TV geredet und gleich darauf bin ich wieder über ein solches Format gestolpert:


Bild: Screenshot bravo.de

Die Bravo hat bereits Ende Januar ein neues Online-TV-Magazin gelauncht, das den einfallslosen Namen Bravo-WebTV trägt. Täglich wird in diesem Format Klatsch und Tratsch für die Bravo-Generation geliefert, es werden Leserfragen beantwortet und angeblich sollen auch mal Prominente vorbeischauen. Hier ist alles, was Sie sonst noch wissen müssen, um zu entscheiden, ob sich das Einschalten lohnt:

Das Moderatorenduo Sascha und Julia wirkt wie mal eben in der Füßgängerzone in Bensberg zusammen gecastet: Unentspannt, künstlich, provinziell, unlustig – schlimmer als der unbeholfenste Viva-VJ. Zum Beispiel berichten die beiden, wer für die Rolle von „Schneewittchen“ in einer neuen Hollywood-Verfilmung zur Auswahl steht. Wenn Lindsay Lohan Schneewittchen spiele, sagen sie, werde das mit dem vergifteten Apfel schwer, denn „die wird eher auf den Tischen tanzen, denn die ist ja Drogen gewohnt“. Oder Vincent Raven aus Uri Gellers ProSieben-Sendung, der einen Unfall hatte und beinahe den verbogenen Löffel abgegeben hätte. Mehr muss ich zum verkorksten Humor des Formats nicht sagen, oder?

Außerdem ist der Sound übersteuert – man hört die klappernden Ohrringe der Moderatorin – und die eingespielten Clips untersteuert. Ich kenne Studenten, die das besser produziert hätten. (Und das ist nicht so dahin gesagt, ich kenne wirklich Studenten, die das besser könnten.) Zu guter letzt noch was zum Rausschmeißer-Satz der Sendung: Ich bin zwar schon ein paar Tage aus dem Bravo-Alter raus, aber bin mir sicher, dass „Fühlt euch bravo“ heute genauso uncool ist wie es zu meiner Zeit gewesen wäre.

Clips zum Einbetten gibt es glücklicherweise leider nicht. Hier noch mal der Link der Seite für diejenigen, die es sich unbedingt mal anschauen wollen: bravo.de.