Letzte Woche habe ich zwei Premieren an einem Tag gefeiert: mein erstes Telefonat nach Amerika, das zugleich ein Conference-Call mit Pressevertretern aus Südafrika, Argentinien, Holland und Neuseeland war. Quasi ein telefonisches Übersee-Roundtable-Interview, was durch die bescheidene Qualität meines Telefonapparats erheblich erschwert wurde. Es grenzt an ein Wunder, dass ich auf meinem Tonband überhaupt was hören konnte. Zum Glück hat Giuliana Rancic eine einigermaßen geschulte Stimme, so dass zumindest ihre Antworten zu verstehen kein Problem war.

Wer das ist? Ja, das habe ich mich auch gefragt, als mir das Interview angeboten wurde. Giuliana Rancic moderiert die „E! News! des amerikanischen Senders E! und wird morgen live vom Roten Teppich der Oscar-Verleihung berichten. Das sei, so Giuliana auf eine der zahlreichen Fragen im Roundtable-Interview, ein 24-Stunden-Tag, an dessen Anfang sie Fitness macht, damit ihre Arme abends im Kleid gut aussehen, und der mit einer von zahlreichen After-After-Parties endet. Das ganze Interview lesen Sie hier.

Zurück zum Interview, das auch von der Dame am wichtigsten anderen Ende abgesehen ein Erlebnis war. Etwas mehr als 20 Minuten hat das Telefonat gedauert, 10 Medienvertreter waren beteiligt. Einige der zugeschalteten Journalisten schienen das schon öfter gemacht zu haben, denn sie stellten statt der erlaubten einen Frage gleich zwei auf einmal, als wüssten sie, dass es keinen zweiten Durchgang geben würde. Bravo für das Geschick, mit dem sie zwei Fragen in eine verpackt haben, um so mehr Informationen aus Giuliana herauszubekommen. Und ein weiteres bravo für Giuliana selbst. Als einer der Argentinier sie nämlich mit einem anbiedernden „Hi Giuliana, this is …, it’s nice to talk to you again. We actually spoke once before a couple of months ago“ begrüßte, hat sie gleich den gekünstelt-klebrigen Honig rausgeholt und ihn dem Journalisten mit einem selbstverständlichen „Hi, sure, I remember. How are you doing?“ um den Bart geschmiert.

Ich war übrigens die vorletzte auf der Gesprächsliste, und je weiter die Zeit voran schritt, desto mehr habe ich mich gefragt, ob ich denn überhaupt noch an die Reihe komme. So still da zu sitzen und eine Frage nach anderen durchzustreichen, bis mein Zettel beinahe nur noch aus Strichen bestand, fiel mir ganz schön schwer. Inspiriert von der Dreistigkeit meiner Kollegen, bin ich dann am Ende mit einem lauten „Germany“ vorgeprescht, als der Gesprächsleiter die Runde um eine zusätzliche Frage zum Abschluss bat. Ich habe mich selten beim Vordrängeln so gut gefühlt.