Der Medienzirkus um die RTL-Trash-Sendung „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ hat wieder begonnen. Nach wie vor kann mich kein Schwein und kein Geld der Welt (außer Sie möchten mir welches bieten, also Geld, nicht Schwein) dazu bewegen, mehr als eine Minute Dschungelcamp zu schauen. Aber wie das so ist, kommt man als eifriger Konsument der einschlägigen Medien nicht ganz unmöglich um das Thema herum. Und immerhin wird die Journaille von der Show zu vielen schönen Formulierungen inspiriert. Einige der Beleidigungen sprachlichen Spitzen zum Thema habe ich mal für Sie zusammengetragen:

„Der Dschungel hat wieder geöffnet und setzt die RTL-Themenwoche ‚Knast‘ fort. Nach dem Staffelstart von ‚Prison Break‘ gestern sitzen heute gleich drei ehemalige Gefangene im Camp: Ingrid van Bergen (Gefängnis), Günther Kaufmann (Gefängnis) und Lorielle London (Körper eines Mannes).“ (fernsehlexikon.de, 9. Januar)

„Zehn Z-Promis, die dringend eine Finanzspritze brauchen, werden wieder Hoden essen und sich mit Madenschleim waschen.“ (V.i.S.d.P., 9. Januar)

„Verliebt sich die ‚Penis getapte‘ Transen-Lory in ein ostdeutsches Regionalstar-Model namens Schwanz?“ (stern.de, 9. Januar)

„Lorielle London […] begründet ihren Gang in den Dschungel damit, dass sie endlich mal ein Erfolgserlebnis haben will. Immer habe sie bislang verloren im Leben. Dass sie dafür besser einen Kuchen backen oder ein Instrument lernen sollte, hat ihr offenbar niemand gesagt.“ (taz.de, 9. Januar)

„Denn dass da was passiert, steht außer Frage. (Und das ist gar nicht so selbstverständlich, wenn Sie schon mal drei Stunden ‚Chart-Show‘ mit Oliver Geißen in nüchternem Zustand miterlebt haben.)“ (Spiegel Online, 10. Januar)

„Erst kamen die Feschen, dann kamen die Dicken und jetzt: die Exen, soll heißen, die Ehemaligen. Ex-Knackis, Ex-Gattinnen, Ex-Stars und -Sternchen.“ („kult! Weblog“ des Österreicher Kuriers, 10. Januar)

„Das ‚Dschungelcamp‘ hat Sie immerhin vom B-Promi zum A-Promi aufsteigen lassen.“ (Thomas Eckert und Joachim Huber im Interview zu Désirée Nick, Tagesspiegel, 11. Januar)

„Die meiste Zeit liegt er [Peter Bond] bräsig auf seinem Feldbett. Wahrscheinlich denkt er darüber nach, wie er seine Gage möglichst elegant an seinen Gläubigern vorbeibringt.“ (stern.de, 11. Januar)

Spiegel Online bietet sich übrigens als Lexikon an für alle, die über „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ zu schreiben gedenken: Dort werden sämtliche Wortspiele mit dem Nachnamen von Dschungelcamp-Kandidat Nico Schwanz schon mal vorweggenommen. Ich habe dennoch das Gefühl, dass uns dergleichen in den nächsten zwei Wochen nicht erspart bleiben werden.

So, das war’s fürs Erste. Jetzt ist mir schlecht.