Seit ich blogge, wollte ich meinen Lesern die Best-of-Listen zum Jahresende ersparen. Die Entscheidung zwischen Jauch und Kerner fiel manchen schon schwer genug. Ich wollte ihnen nicht zusätzlich zumuten, sich zwischen meinem Jahresrückblick und beispielsweise dem von coffeeandtv.de entscheiden zu müssen. Jetzt will ich aber auch endlich in der Liga der ganz Großen mitspielen. Oder so ähnlich. Deshalb ab sofort in meinem Blog: Best of 2009.

Ich weiß, es ist vielleicht noch etwas früh. 2009 ist noch keine zwei Wochen alt und ich fasel schon was vom Unwort des Jahres 2009. Ironischerweise war das Wort, das mich seit Tagen verfolgt und gelinde gesagt tierisch nervt, das Wort des Jahres 1994: Superwahljahr. Gemeint ist ein Jahr, in dem ungewöhnlich viele Wahlen anstehen. 2009 sind nicht nur Bundestags-, Europa- und Bundespräsidentenwahl; auch zahlreiche Kommunal- und Landtagswahlen erwarten uns.

Es mag sein, dass angesichts all dieser Wahlen das Präfix „Super“ richtig gewählt ist. Auf die Nerven geht’s mir trotzdem. Nicht nur, dass keine „Tagesschau“ ohne das Superwahljahr auszukommen scheint. Auch sueddeutsche.de und Welt Online nutzen das Unwort, ebenso faz.net und Spiegel Online. Mag sein, dass die jeweiligen Printausgaben sparsamer sind, zumindest bei der gedruckten Süddeutschen habe ich das Gefühl (sofern sie denn ihren Weg in das verschneite Kaff findet, in dem ich zur Zeit bin). Oder möchte jemand vielleicht eine Lanze brechen für das Superwahljahr? Ich bin gespannt.