Im zweiten Teil der Reihe „Stress in fremden Kulturen“ berichtet heute Christian, was für ihn Stress ist. Der 28-jährige Schwede arbeitet Teilzeit als LKW-Fahrer bei einem Lebensmittelgroßhändler und hat vor einigen Monaten angefangen zu studieren.

„Mein täglicher Stress ist das, was man halt machen muss, um Geld zu verdienen. Wenn ich Frühschicht habe, dann geh ich abends vor zehn ins Bett, damit ich sieben Stunden Schlaf kriege. Aber wenn ich warum auch immer nicht einschlafen kann, dann ärgere ich mich schon im Vorhin darüber, wie sich das am nächsten Tag auswirken wird. Und bei der Akkordarbeit bin ich quasi meine eigene Firma. Einerseits ist das gut, aber manchmal stresst man sich ganz schön, man könnte ja mehr arbeiten. Dazu kommt der ‚Freizeit-Stress‘.

Seit ich wieder studiere, bin ich aber weniger gestresst. Mein Job war ja keine geistige Arbeit. Es ist fast Erholung, die Nase wieder in die Bücher zu stecken ? bis zu den ersten Prüfungen natürlich. Ich fürchte, den meisten Stress mache ich mir echt selbst… Aber das gilt für die meisten hier. Stress ist ein Teil des Lebens, dem man nicht entkommen kann. Wir Schweden leben nach dem Motto ‚Es ist dein Leben, lebe es‘ ? alles hängt von einem selbst ab.“