Vor einer Weile hab ich mich mal umgehört, wie Menschen in anderen Ländern Stress empfinden. Das Onlinemagazin, für das diese Recherche gedacht war, ist leider nicht zustande gekommen. Ab heute sind meine Ergebnisse deshalb an dieser Stelle in der neuen Reihe „Stress in fremden Kulturen“ zu lesen. Den Anfang macht die 29-jährige Olivia aus Hong Kong, die wegen ihres Jobs unter anderem eine Zeit lang in der Nähe von New York lebte:

„Wir haben in Hong Kong sehr lange Arbeitszeiten und manchmal habe ich das Gefühl, als hätte der Tag zu wenige Stunden. Überhaupt ist alles sehr hektisch. Man wird geschubst, wenn man zu langsam die Straße entlang geht. Der Druck kommt von allen um einen herum. Auch die Wohnungen sind sehr klein und der Mangel an Privatsphäre steigert die Anspannung noch weiter.

In den USA war das ganz anders. Natürlich ist New York auch unheimlich hektisch, aber ich war nie so gestresst, weil es genug Möglichkeiten gibt zu relaxen. Und es ist viel mehr Platz, es gibt mehr Parks und auch andere Dinge zu tun als nur zu shoppen wie in Hong Kong. Das hilft natürlich. Außerdem habe ich dort mit Latinos zusammengearbeitet, da war das Arbeitsumfeld sehr relaxt. Sie meinten zu mir: ‚Das Leben ist kurz und deshalb sollte man immer den Moment genießen.‘ Egal wie gestresst die Kollegen auch waren, man hörte ständig Witze. Die Tage gehen leicht rum, wenn man viel lacht.“