Vor Jahren habe ich mal für die Lokalzeitung Westfalenpost eine Glosse geschrieben, die ich aus gegebenem Anlass (nämlichen diesem meinen Text auf serienjunkies.de) noch einmal für Sie ausgekramt habe. Et voilà:

Wie aus dem Leben gegriffen – eine neue Seifenoper

Die Hauptcharakterin ist eine junge, magersüchtige Lesbe, die nach ihrer erfolgreichen Therapie bei einer Geiselnahme von einem interational gesuchten Terroristen schwanger wird. Mit dem Geld, das sie als Schadensersatz für dieses tragische Ereignis bekommt, eröffnet sie ein Restaurant. Gerade, als sie auf dem Weg zu guten Kritiken für ihr Restaurant ist, bricht dort eine tropische Seuche aus, die durch eine Ratte übertragen wurde, die sich im Handgepäck eines Restaurantkritikers versteckt hatte. Dabei fällt unsere Heldin beinahe der Seuche zum Opfer und verliert ihr Kind. Das Restaurant wird geschlossen, die Lesbe bleibt arbeitslos und lebt fortan vom Erbe ihrer Mutter.

Doch dann begegnet unsere Lesbe ihrer Stiefschwester, der Tochter ihres Ziehvaters, die schon immer scharf auf das Pferdegestüt war, das die Protagonistin von ihrer Großmutter geerbt hat. Jetzt will die neidische Kontrahentin ihre verhasste Stiefschwester umbringen. Doch glücklicherweise ist eine Ex-Freundin der Titelheldin bei der Polizei und so kann die durchgedrehte Stiefschwester gestoppt werden. Es folgen glückliche Tage für die traumatisierte Protagonistin, denn sie geht eine neue Beziehung ein und verlebt eine glückliche Zeit. Doch dann erfährt sie, dass ihre neue Freundin HIV-positiv ist. Die Angst der Heldin und ein schlimmer Streit führen zur Trennung. Unsere Lesbe stürzt sich in Arbeit. Sie bringt das Gestüt auf Vordermann und macht die Pferde zu den besten des Landes. Beim Pferderennen jedoch verfällt sie der Spielsucht und verspielt das Vermögen ihrer verstorbenen Mutter. Sie verliert das Gestüt, ihren Frust ertränkt sie in Alkohol, bis ihre Ex-Freundin ihr aus der Alkohol- und Spielsucht heraushilft. Die beiden versöhnen sich.

Wenig später kommt bei einem Flugzeugabsturz in einer afrikanischen Wüste der ehemalige Verlobte der Lesbe ums Leben, der sich kurz vor der Hochzeit als ihr Bruder herausgestellt hatte. Daraufhin wurde unsere Lesbe überhaupt erst lesbisch. Gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin verschmerzt sie den Verlust ihres ohnehin durch eine mysteriöse Krankheit dem Tode geweihten Bruders. Ein Brief aus dem Erbe ihrer Mutter, den ihr ein Anwalt nach Jahren zukommen lässt, verrät ihr, dass sie mit 14 schwanger war, was ihr Unterbewusstsein all die Jahre verdrängt haben muss. Ihre mittlerweile fast erwachsene Tochter, die immer dachte, ihre Mutter sei nicht mehr am Leben, sucht unsere Lesbe nun auf. Die beiden verstehen sich prächtig und die Tochter wird sogar Trauzeugin bei der Hochzeit der Protagonistin und deren Lebensgefährtin. Aber die Tochter will studieren und ihre eifersüchtigen Adoptiveltern ermöglichen ihr ein Studium in den USA, um sie von ihrer neuen Mutter zu trennen. Unsere Heldin muss Abschied nehmen.

Weil ihre Frau ununterbrochen arbeiten muss, sitzt die Lesbe gelangweilt in ihrem Luxus-Penthouse herum. Arbeitslosigkeit und Nichtstun machen sie fast wahnsinnig und so lässt sie sich auf einen Job als Hostess ein, dank dem sie im Knast landet. Doch ihr richtiger Vater, der sie als Kind hat sitzen lassen, taucht plötzlich auf und holt sie als Anwalt aus dem Gefängnis. Gleich darauf verschwindet er aus ihrem Leben und sie sieht ihn nie wieder. Als die Ehefrau unserer Lesbe wegen ihres Virus an einer Lungenentzündung stirbt, ist es zuviel für die Protagonistin. Sie wandert aus, um mit dem plötzlich aufgetauchten Millionen-Erbe ihres verunglückten Bruders ein Kinderkrankenhaus in Guatemala zu eröffnen.