Auch wenn ich mich dieser Tage zum großen „Facebook“-Fan entwickle, werde ich dem „Studivz“ auf keinen Fall den Rücken zuwenden. Vor allem nicht, seit ich aus gegebenem Anlass – einem Kreuzband- und Meniskusriss nämlich – eine Gruppensuche zum Thema Kreuzband durchgeführt habe.

Schon seit Tagen hole ich mir in der Gruppe „Kreuzband ist ein Arschloch und Meniskus sein kleiner Bruder“ Infos und versuche mich zu beruhigen, dass schon alles nicht so schlimm ist. Die dazu geposteten Fotos können einem jedoch ganz schön Angst machen, das sage ich Ihnen. In der Gruppe „Kreuzband-Invaliden“ stellen die Mitglieder sogar ein Ranking ihrer jeweiligen Verletzungen auf: Zehn Knie-OPs in zehn Jahren scheinen keine Seltenheit zu sein. Bei „Schätzelein, isch habe Kreuzband“, der Gruppe für „Amateure, die sich das Kreuzband gerissen haben“ wird über Schmerzen diskutiert. Nein danke, da trete ich gleich wieder aus.

Originell: „Ohne Kreuzband keine Competition“, „Ich habe beim Sport nie was gerissen, außer mein Kreuzband“ oder „Kreuzband zerfetzt ’08 – ich war dabei“ – sehr patriotisch. Besonders schlimm hingegen finde ich Gruppen, deren Titelbild ein offenes Knie während der Operation zeigt. Das überlasse ich Ihrer Fantasie, liebe Leser, und erspare Ihnen derartige Fotos.

Aber es geht immer noch schlimmer: „Drei mal Kreuzband gerissen – das soll uns erst einmal jemand nachmachen“, „Richtige Männer und Frauen reißen sich das hintere Kreuzband“ (bei mir ist’s das vordere) oder „Kreuzband-, Innenband- & Innenmeniskusriss 2008 – Ich war dabei!“. Achtung, Bildung: Letzteres nennt sich Unhappy Triad und ist gar nicht so selten. Der Kelch ist so gerade eben an mir vorbeigegangen.

Da fällt mir noch gerade ein: Die Gruppe „Ey Mann, wo ist mein Kreuzband“ erinnert mich stark an die ersten Worte der Radiologin nach dem Scan: „Sehen sie das hier?“ – „Ja.“ – „Das ist das hintere Kreuzband. Und sehen sie hier das vordere?“ – „Nein.“ – „Sehen Sie.“