Die „Post von Wanger“ ging in der heutigen Bild an Charlotte Roche. Die bzw. wohl eher ihr erstes Buch „Feuchtgebiete“ findet Kolumnist Franz-Josef Wagner augenscheinlich nicht so dolle, schreibt er doch, er sehne sich eher nach wohlriechenden Frauen und überhaupt sei er für das von Autorin Roche vermittelte Frauenbild „zu doof“.
Kann ich absolut verstehen und muss – anders als Ines Kappert auf taz.de – Herrn Wagner heute mal Recht geben. Und das, obwohl ich keiner der patriarchal gesinnten Männer bin, für die „die Forderung nach weiblicher Hygiene ein Mittel (…) ist, um Frau besser kontrollieren zu können“, wie die Autorin es so schön schreibt.

Eigentlich ist das ja herrlich unprofessionell von mir, habe ich immerhin Charlotte Roches Buch noch immer nicht selbst gelesen. Feminismus ist toll, versteht mich nicht falsch. Zwar nicht gleich Schwarzer-mäßig, aber auch nicht in der Form, wie ihn Charlotte Roche versteht und in ihrem Buch zum Ausdruck zu bringen versucht – zu lesen hier, hier (wo sie erklärt, die Figur „Maude“ aus dem Film „Harold and Maude“ sei ihre Heldin) oder hier.

Jetzt hab ich aber das Hörbuch zu Hause liegen und vielleicht kann ich mich ja doch noch überwinden. Vielleicht kann ich dann dieses neue Bild, das Frau Roche da vermittelt, hinter mir lassen und sie wieder so lieben wie vorher.

Übrigens: So denken andere Kritiker über „Feuchtgebiete“.