Wenn jemand in amerikanischen Serien gestorben ist, bleibt er auch meistens tot. Immer mal wieder gibt es Flashbacks, jemand träumt von dem Verstorbenen oder hat Halluzinationen. Alles respektable Möglichkeiten einem geliebten ehemaligen Cast-Mitglied weitere Gastauftritte zu sichern. Vor allem, wenn die Zuschauer aus ihrer Empörung über den Serientod keinen Hehl gemacht haben.
In Deutschland hingegen läuft das ein wenig anders. Wenn Seriencharaktere nicht gerade ins Ausland gehen – in der Lindenstraße besonders gerne, um sich humanitär zu betätigen – oder die Schauspieler ersetzt werden, sterben auch sie einen allzu frühen Tod. Selbstverständlich höchst dramatisch. Lars Hoffmann aus der ARD-Schnulze „Sturm der Liebe“, der Lieblingsserie meiner Oma und einer weiteren Never-Ending-Telenovela, wurde eine vergiftete Praline zum Verhängnis. Für Schwiergmutter-Liebling Wayne Carpendale jedoch kein Hindernis, zurückzukehren. In einer neuen, aber für hiesige Verhältnisse nicht überraschenden Rolle: er ist der Zwillingsbruder seines verstorbenen Alter Egos Lars. Im deutschen Fernsehen hat wahrscheinlich jeder Charakter von Hause/vom Drehbuch aus einen verschollenen Zwilling, von dem niemand wusste …