Seit April bin ich Teil einer Arbeitsgruppe des Deutschen Journalisten-Verbandes DJV. Gemeinsam mit Kathrin Konyen, Timo Stoppacher, Eva Werner, Fabienne Kinzelmann, Sebastian Christ, Leif Kramp und Sascha Venohr sprach ich in insgesamt drei Sitzungen in Berlin und zuletzt in Stuttgart dem AG-Titel entsprechend über die Zukunft des Journalismus. Lange Gespräche waren das, über Status Quo und Zukunft des Journalismus, die Arbeitsbedingungen für freie und feste Journalisten, über Innovation und verschobene Kompetenzen, über den digitalen Graben, unsere Erfahrungen und unser Idealmodell der zukünftigen (journalistischen) Arbeitswelt. Es war ein anregender, vielseitiger und konstruktiver Austausch, intensiver als das meiste Networking, das ich in den letzten, sehr networkingreichen Jahren erlebt habe.

Dass unser angestrebtes Ergebnis ein zunächst internes Thesenpapier für einen Berufsverband ist, bei dem nicht ganz klar ist, was hinterher mit unseren Ideen passiert, war zugleich motivierend, aber auch ein wenig frustrierend. Was, wenn von dem, was wir nun formuliert haben, am Ende nichts übrig bleibt? Wenn der aufgeschlossene Geist und die viele Arbeit, die in das Dokument flossen, nicht fruchten und unsere Ideen in der Schublade landen? Ich bin selbst kein DJV-Mitglied, habe keine Erfahrung mit der Verbandsarbeit und bleibe deswegen vorsichtig optimistisch, dass die Arbeitsergebnisse der „AG Zukunft“ zumindest einen großen Schritt in die richtige Richtung für den Verband bedeutet und im besten Fall in Form von Handlungempfehlungen und/oder konkreten Maßnahmen auch den darin organisierten Journalistinnen und Journalisten zugute kommt.

In dieser Woche hatten wir nun die letzte Sitzung – und zugleich die hitzigste. Wir hatten viele Ideen ausgetauscht, aber nun musste den Gesprächen etwas Handfestes folgen. So viele Fragen kamen auf! Wie formulieren wir unsere Thesen, damit sie nicht „zu zahm“ sind? Damit sie gleichermaßen dem DJV, aber auch der Medienöffenlichkeit gerecht werden? Damit wir nicht hinterher für ein Stating the Obvious zerrissen werden? Aber auch nicht zu crazy werden und bei der breiten DJV-Masse bei der anstehenden Jahresversammlung im November kein Gehör finden? Ihr seht schon: eine kleine Zwickmühle. Doch wie gesagt: vorsichtiger Optimismus.

Auf jeden Fall waren die drei Sitzungen optimales Networking mit spannenden Medienmachern, waren bereichernd und… ja, auch lustig:

 

Ich hoffe, dann irgendwann im Winter hier unsere Thesen präsentieren zu können. Zum Abschluss gibt es wie die letzten Male auch jetzt wieder die Tag-Wolke der mir nach dieser Sitzung besonders im Kopf gebliebenen Begriffe und Themen:

DJV AG Zukunft des Journalismus

(Erstellt mit Wordle.net)