Ende mit Knall

Was “FlashForward” und “Lost” gemeinsam haben

7. Jul

Die Serie “FlashForward” war nie “Lost” und hätte es auch so schnell nicht werden können; weder von Charaktertiefe noch Darstellerriege oder Erzählstrategie her. Und so kam es in den USA, wie es kommen musste: Quotenkatastrophe. Aus, Ende, finito, vorbei, Schlusspunkt nach der ersten Staffel – das Finale lief diese Woche auf ProSieben geht es nicht weiter (noch mal für all diejenigen, die es immer noch nicht kapiert haben wahrhaben wollen).

Doch in Deutschland scheint die Mystery-Krimi-Serie eine sehr treue, diskutiertfreudige Fangemeinde um sich zu scharen, die einen Vergleich zu “Lost” schon eher erlaubt als die Sendung selbst. Anders kann ich mir nicht erklären, dass mein Post zum Finale inzwischen der meist gelesene in diesem Blog ist (Start meiner Analytics-Aufzeichnungen war im Januar). Seit die Folge “Future Shock” am Montag auch hierzulande lief, wurde der Beitrag rund 800 Mal geklickt, was für dieses kleine Blog schon sehr sehr ordentlich ist. Rund 800 Mal, das ist zugleich mehr als drei Viertel der Zugriffe insgesamt für “Warum ‘FlashForward’ nicht hätte enden sollen”. Zum Vergleich: “Gedanken zum ‘Lost’-Finale” hat für eine ähnliche Leserschaft acht Wochen gebraucht.

Das passt zu dem, was in den USA bis kurz vor der offiziellen Absetzung überlegt wurde: “FlashForward” am Leben zu erhalten, weil die Auslandserfolge vielversprechend waren. Gereicht hat es leider nicht, nun jammert also mit den deutschen Zuschauern die nächste Fan-Welle über die Absetzung. Solltet ihr zu denen gehören, die sich mit dem Ende nicht abfinden können und wollen, dann werft doch zum Beispiel mal einen Blick auf die Facebook-Gruppen Save FlashForward und Bring FlashForward Back, die sich um eine Rettung bemühen (danke an Nicole, die diese Tipps in den Kommentaren hinterlassen hat).

Zwar sind in diesem Fall die Chancen gering, weil die Darsteller zum Teil längst neue Engagements für die kommende Season haben. Aber so weit hergeholt ist eine solche Rettungsaktion grundsätzlich nicht. Schon beim kurzlebigen US-Drama “Jericho” zeigte der massive, weltweite Fanprotest Wirkung; die Serie bekam eine zweite Staffel, nachdem tonnenweise Nüsse – in Anspielung auf den Cliffhanger der Serie – an den Sender geschickt wurden. Auch den Film “Serenity” zur Joss-Whedon-Serie “Firefly” verdanken Browncoats unter anderem der Hartnäckigkeit der Fangemeinde.
In diesem Sinne: Save FlashForward. Bei aller Kritik an der Serie wäre ich bei einer zweiten Staffel natürlich sofort wieder im Boot.


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