27 Achtung, Spoiler

Gedanken zum “Lost”-Finale

24. Mai

Es wäre wohl ein wenig theatralisch, zu behaupten, ich fühlte mich um sechs Jahre meines Lebens betrogen. Eigentlich sind es auch nur ein paar Minuten, die letzten des gestrigen Serienfinales von “Lost” nämlich, in denen durch die Hintertür mal eben das eingeführt wurde, was die Macher längst abgestritten hatten: dass es um eine Zwischenwelt zum Leben nach dem Tod geht.

Zugegeben: Wir dachten ja lange, die Insel sei eine solche Zwischenwelt, zur Hölle gar, letztlich war es nur die in der sechsten Staffel eingeführte Flash-Sideways-Ebene, und die führt die Charaktere auch nicht etwas ins Fegefeuer, sondern schnurstracks in schönes, helles Licht.

Das bedeutete für die Figuren in dieser Ebene ein Happy End, wie ich es mir schöner eigentlich nicht hätte wünschen können: Claire und Charlie, Desmond und Penny, Jin und Sun, Jack und Kate, Charlotte und Daniel – und ja, sogar Sawyer und Juliette, deren Wiedervereinigung sich die Schweinebacken von Autoren bis ganz zum Schluss aufgehoben haben. Aber auf (fast) jedes dieser dann doch sehr triefenden Happy Ends hätte ich lieber verzichtet, wenn “Lost” nicht mit diesem Afterlife-Unsinn geendet hätte. Die Mythologie der Insel, die Dharma-Initiative, die Anderen, die anderen Anderen, Flugzeuge, U-Boote, Sprengstoff, Wasserstoffbomben, Tote, Lebende, Smokey und so vieles anderes wirkten durch diese Auflösung nur wie die befürchteten Spielfiguren, die Damon Lindelof und Carlton Cuse beliebig auf dem Spielfeld hin- und hergeschoben haben, ohne wie stets behauptet dabei wirklich ein Ziel vor Augen gehabt zu haben.

Ich habe immer an den Sinn hinter “Lost”, wenn man es denn so nennen möchte, geglaubt, war sicher, dass alles zu einem unfassbar tollen Ergebnis führen würde, zu einer Lösung, die ich mir beim besten Willen in meinen kühnsten Träumen nie und nimmer hätte vorstellen können. Dass sich die Losties treffen, um gemeinsam gen Himmel zu fahren, wäre wohl eher Stoff meiner Albträume gewesen und ausgerechnet hier hab ich nun wirklich nie nach Antworten gesucht. Das Leben nach dem Tod war das eine Ende, das sechs Jahre Fernsehgenuss ein kleines bisschen kaputt machen konnte. Dass uns bis zu diesem Ende eine der besten Folgen von “Lost” überhaupt und eines der aufregendsten, am tollsten inszeniertesten Fernsehereignisse seit Langem geboten wurde, verblasst leider all zu schnell, wenn ich wieder an das Licht denke, mit dem alles endete.

Da gefällt mir jedes einzelne dieser alternativen Enden besser, die in der gestrigen Show von Jimmy Kimmel gezeigt wurden:


(Direktlink/via @moritzadler)

Ich weiß nicht, wie ihr mit diesem Mangel an Antworten umgeht (Was ist die Insel denn nun? Woher kommt Smokey? Was meinte Juliet, als sie “It worked” sagte? usw.). Ich schaue mir auf der Suche nach Beistand jetzt noch die komplette Kimmel-Sendung an, und dann weine ich mich in den Schlaf. Und gleich morgen früh setze ich eine Petition gegen Auftritte von Hunden in Finalepisoden auf.

27 Antworten zu
»Gedanken zum “Lost”-Finale«

  1. Andi sagt:

    Wir sollten ein Lost 2 drehen. Jack wird wach, als ihm eine Hundezunge das Gesicht ableckt.
    Den Rest denken wir uns spontan aus.

  2. Peter sagt:

    Andi hat recht: Everything will be okay in the end. And if it´s not okay – it´s not the end. Lost wird weitergehen. Garantiert. Wobei ich anmerken muß: Das habe ich bei Seinfeld auch schon mal geschrieben… ;-)

  3. Mirko sagt:

    Tja, wer hätte gedacht dass ein so aufgehyptes Finale den Erwartungen nicht gerecht werden kann. Soviel übrigens zu meiner Prognose der willkürlich zusammengewebten blassrosa Fäden, die keinen anderen Sinn ergeben als das Publikum durch Vorgaukelung intelligenter Komplexität bei der Stange zu halten.

    In diesem Sinne: IN YOUR FACE! ;)

  4. I know. Ich habe lustigerweise einen Satz aus dem obigen Text gelöscht, so was wie “Ich habe nicht nur an den Sinn geglaubt, sondern ihn auch den härtesten ‘Lost ist doch nur gaga’-Kritikern gegenüber verteidigt. Das hat man dann davon.”

  5. Mirko sagt:

    Ach weisse, meine arrogante Haltung kommt auch nur daher, dass meine Zeit für Lost einfach zu beschränkt war. Ansonsten würde ich mich genau so fühlen wie Du. Und das ist nicht schön. Daher an dieser Stelle: mein Beileid. Und: hoffentlich hast Du was gelernt. ^^

  6. Ich bin ja auch voll dabei, wenn Andi ein alternatives alternative Ende drehen will. Ich war in den Überlegungen von Kollegen, so etwas zu tun, mal als Libby vorgesehen. Andere Vorschläge?

  7. Andre sagt:

    Hmm, und hier direkt die Idee für das neue Ende:
    Jack wacht in der Realität auf (off-island) und muss feststellen, dass Lost mit Micheal Keaton in der Hauptrolle der absolute Schrott ist. Lost.

  8. MrPennywise sagt:

    Tjaaaaaa…was soll man da sagen? Gerade Lost zu Ende geschaut und realisiert, dass nun sechs Jahre Seriengeschichte ein Ende finden. Das zum Teil recht unbefriedigende Gefühl einiger Fans, dass vieles unausgegoren erscheint, kann ich gut nachvollziehen. Ich halte es aber für vollkommen normal. Lost ist schliesslich die erste Serie, die auch durch die Zuschauer massiv mitbeeinflußt wurde. Auf “Spiegel.de” wird das kurz angerissen, aber es geht mir nicht weit genug. Klar ist doch: Die Autoren hatten nicht den Metaplan in der Tasche. Vielleicht hat man immer zwei Staffeln im Voraus geplant, vielleicht kürzer, vielleicht länger. Aber interessanter ist doch: Hat sich die Serie nicht auch dank der überbordenden Interpretationsspielräume der Zuschauer zu dem entwickelt, was sie wurde? Was hat man nicht alles in die Zahlen 4,8,15,16,23,42 hineininterpretiert. Manchmal glaube ich, die verschiedenen “Verschwörungstheorien” diesbezüglich wurden von den Autoren nur eingebaut, weil man wusste, dass das Rätselraten weitergeht. Und wer weiß: Vielleicht gab es mal einen Plan dafür, die Existenz der Eisbären zu erklären oder was eigentlich mit Walt passiert ist, der doch in den ersten drei Staffeln so wichtig erscheint und der am Ende keine Rolle mehr spielt.
    Haben die Autoren am Ende gemerkt, dass sich das Storywollknäuel nicht mehr entwirren lässt? Und deswegen zum ultimativen Inselstöpsel gegriffen, der nun alles auflöst?

    Wer weiß.

    Für mich persönlich bestand die Faszination in Lost schon immer darin, dass 1-2 Fragen beantwortet wurden, aber gleichzeitig 5 neue Fragen auftauchten. Was das angeht, blieb man sich all die Staffeln treu, bis zum schnulzigen Finale. Es bleiben so viele Fragen offen, dass ich hier nachdenklich sitze und diese Sätze in die Tastatur hacke, was ich nicht tun würde, wenn man in einer 19. Folge sämtliche Restfragen geklärt hätte.

    Dem unbedingten Willen und dem Instinkt folgend, alles ergründen zu wollen, wird es noch viele Theorien geben, über die man nachgrübeln und diskutieren kann. Ich glaube, damit atmet Lost weit über das Finale hinaus (und ich persönlich habe die Fragen lieber offen, als dass ich sie in einem Kinofilm noch beantwortet bekomme, ich bete, dass die Finanzkrise nicht so reinknallt, dass J.J. Abrams sich so einen Schritt bis in alle Zeiten verbietet).

    Bis auf die Ungereimtheiten, die man eben nun positiv oder negativ sehen kann (je nach charakterlicher Ausrichtung eben), hat Lost aber alles richtig gemacht.
    Lost hat den Zuschauer auf eine Weise mitgenommen, wie es keine andere Serie bisher getan hat. Starke und ausgearbeitete Figuren, die aufeinander abgestimmt waren. Ein grandioses Setting. Eine stets passende Musikuntermalung, die mit wenig Tönen viel Spannung erzeugte.
    Ein Plot, der mich sechs Jahre lang zum Grübeln gebracht hat. Dialoge, die ich so noch in keiner anderen Serie bestaunen durfte.

    Dieses Gefühl überwiegt den kleinen Kratzer, dass man am Ende eventuell veräppelt wurde. Trotzdem ist mir der hohe Interpretationsspielraum nicht gänzlich unsymphatisch.

    Wesentlich unsymphatischer rumort in mir die Frage:

    Was schaue ich eigentlich nächste Woche?

    So long.

    MrPennywise

  9. MrPennywise sagt:

    ach ja: ich habe sechs Jahre gebraucht, bis ich eben – und das auch nur durch Zufall – die Pausetaste bei iTunes genau an der Stelle gedrückt habe, in der die Regieklappe zu sehen ist….was da wohl für Zahlen draufstehen….?

  10. Wirklich? Davon hätte ich gerne einen Screenshot!

    Und die Formulierung “ultimativer Inselstöpsel” gefällt mir besonders gut, dem kann ich auch nur zustimmen. Aber selbst wenn meine und unser aller Erwartungen niedriger gewesen wären, wäre das Finale dennoch eine Enttäuschung gewesen, davon bin ich überzeugt. Was wirklich schade ist: Mir ist der Spaß daran vergangen, mir die Serie noch einmal anzuschauen, weil all die Hinweise, all die schönen Rätsel, die jedem, der kein Hardcore-Lostie ist, stets entgangen sind, keine Rolle mehr spielen… Und dabei hätte sich die 6er-Box so schön in meinem Serienregal gemacht :(

  11. MrPennywise sagt:

    Zu den Zahlen auf der Regieklappe: Die sind in scheinbar in jeder Folge vorhanden, einfach mal eine Folge bis zum “Baaaad Robot” vorspulen und danach auf zeitlupenmodus umschalten. Es sind immer andere Abfolgen der Zahlenreihe zu sehen.

    Ansinsten: Ich komplettiere gerade meine Blu-Ray-Fassung von Lost und muss sagen, dass mich auch die Extras sehr zufriedenstellen. Ich hab mir eben noch Kommentare durchgelesen, viele sind recht unzufrieden mit dem Ende. Ich glaube aber, dass durch den Verlauf der Serie die Erwartungen der Zuschauer auch einfach auf ein Maß gestiegen sind, auf dem man ein geglücktes Serienende nicht bauen kann. Letztlich sind Autoren für ihre Werke verantwortlich, man darf den Zuschauer natürlich nicht grob hinters Licht führen (Bsp: Die Insel und alles was auf ihr passierte, war ein schlechter Traum von Hurley…zu viel Hühnchen ;) ). Insofern wurden die Dinge ja geklärt: Jackie-Boy hat die Insel gerettet und hat dafür gesorgt, dass alle entkommen. Ganz am Ende sehen sich alle wieder…das lässt sehr viel Raum für die Dinge, die dazwischen passiert sind. Oh weh, ich sehe was am Horizont: Lost – The Between Years, haha.
    Ob es sich lohnt, die Staffeln noch einmal zu schauen? Schwere Frage, ich tue es gerade parallel. Ich wurde grandios unterhalten und das ist in der Fernsehlandschaft recht selten geworden. Ich wurde zum Nachdenken angeregt, DAS ist noch viel seltener geworden und zwar in der gesamten Unterhaltungsbranche. Insofern kann man sich alle Staffeln schon allein aus Nostalgiegründen noch einmal antun oder man zeigt es dereinst den Enkeln mit dem Hinweis: “Das war das letzte Stück intelligenter Fernsehunterhaltung, danach kam nix mehr. Aber bitte lasst Euch nicht von dem Ende enttäuschen.”

    Mich würde noch interessieren, was die “Kritiker” der letzten Folge denn gefühlt hätten, wenn man nun all die Mysterien (oder zumindest die meisten) aufgeklärt hätte? Vielleicht das gleiche Gefühl der Leere, welches sie nun verspüren?

    Im Endeffekt ist Lost für mich ein großes Stephen King Buch: Der Herr hat zu seinen besten Zeiten auch Bücher herausgebracht, in denen Charaktere unwahrscheinlich gut ausgearbeitet waren und die in geschichten verwickelt waren, die nicht immer einen Sinn ergaben und am Ende noch Raum für Interpretationen ließen.

    Wir wissen alle, was Stephen King trotz seiner zahlreichen Kritiker heute ist: Der beste und meistverkaufteste Horror-Autor aller Zeiten ;)

  12. MrPennywise sagt:

    muss ja noch was loswerden (jetzt, wo ich gerade im Schreibrausch bin): Viele Kritiker heben ja gerade die hohe Emotionalität hervor, die das Finale so mit sich brachte und das auf Kosten der Aufklärung.

    Wenn man aber mal auf die Staffeln zurückschaut, gab es recht viele Szenen, die voller Kitsch und Emotionen waren und die waren auch zumeist mit Tod oder Geburt verbunden (Boone, Mr. Ecko und sein Bruder, Aaron usw.)

    Interessanterweise läuft es vielleicht auf das Fazit hinaus, dass großartig gezeichnete und orchestrierte Charaktere viel zusammen erlebt haben. Und weil es langweilig wäre, so eine Geschichte in einer langweiligen Großstadt spielen zu lassen, hat man eine schlne Geschichte mit vielen Mythen drumherum entworfen.

    Mir ist klar, dass das so von den Autoren und Produzenten wohl kaum geplant war und in dieser Theorie fehlt schlicht die Prämisse der ganzen Geschichte, das was-führt-zu-wozu.

    Die Prämisse, die somit über allen sechs Staffeln liegt lautet: Leben führt zum Tod, zwangsläufig, egal, wie man mit seiner Umgebung umgeht.

    Doch das “Wie” entscheidet. Wie gehe ich mit den Menschen um, die mir begegnen? Was für einen Eindruck gewinnen sie von mir und welchen gewinne ich? Vielleicht ist das die große Botschaft. Sie ist einfach und naiv, aber in Lost wurde sie kompliziert übermittelt. Ich glaube, daran stören sich die meisten… ach ich weiss auch nicht. Ich geh mal schlafen. Freue mich aber über weitere Antworten und wilde Theorien :)

  13. Kruzifix sagt:

    @Mr Penny
    Ich finds ja voll fair wie du das Ende bewertest, also fair gegenüber den Machern.Aber ich bin einfach nur enttäuscht und das wäre ich sicher nicht wenn sie die Rätsel aufgeklärt hätten. Ich denke da wäre dann keine Leere in mir, wie es jetzt der Fall ist. Was sollte der Leuchtturm mit den Koordinaten, die gleichzeitig auch die Zahlen der Candidates waren. Da wurde einfach zu viel Bestimmung reingepumpt, und da is man halt als Fan enttäuscht, wenn die Zahlen für das Ende eigentlich noch nichteinmal sekündär eine rolle gespielt haben. Also meinen Respekt hast du dass du noch einen Sinn im Leben siehst, und dieses möchtegern interlektuelle Gehabe von den Lost-Schreibern nicht bestrafst. In diesem Sinne
    Gute Nacht

  14. Gabi sagt:

    Nur 1 1/2 Taschentücher zum Finale…das sagt doch schon alles;-) Sechs Jahre gucken und dann endet die Serie mit einem Hund an Jacks Seite? Arm:-(

  15. @MrPennywise: Ich bin auch sehr beeindruckt von deiner Loyalität den Machern gegenüber. Und die Essenz “Leben führt zu Tod und es kommt drauf an, was man aus seinem Leben macht” ist ja wirklich hübsch und wahr und alles, aber – ich bleibe dabei – nach sechs Staffeln und wird den nicht nur vom Publikum, sondern auch von den Machern geschürten Erwartungen einfach nicht gerecht. Ach ja, “Lost – The Between Years” – bitte nicht!

    @Gabi: Wenigstens war es nicht nur ein Traum des Hundes….

  16. Michael L. sagt:

    Für alle SciFi-Fans gab es am Ende ein böses Erwachen bei Lost. Viele sind enttäuscht in den Foren. Da ich bzgl. Sopranos schon vorgeimpft bin was ein ungewöhnliches Ende betrifft, habe ich mich nicht so “betrogen” gefühlt wie sich viele äußern. Das Ende war natürlich ein wenig überzogen in Sachen Kirche und Licht, aber immerhin seit Folge 1 der Staffel 6 so geplant (Jack blutet hier das erste Mal im Flugzeug am Hals und Rose sagt da schon: Sie können jetzt loslassen… bzw. Wir haben es geschafft… zwei deutliche Hinweise.)
    Zu den offenen gebliebenen Fragen – wobei soviele ich gar nicht ungeklärt finde – wenigstens nicht im Wesentlichen ( schließlich darf der Mensch an sich auch mal nachdenken) – kann ich nur meine Soprano-Erfahrung (“Was ist mit dem Russen passiert?”) äußern: Nicht alles im Leben wird aufgeklärt. Das Leben besteht nunmal auch aus Geheimnissen.
    Problematisch ist nunmal, dass aus jeder Kleinigkeiten bei Lost ein riesen Hype gemacht wurde. Und statt sich von Überraschungen unterhalten zu lassen (und die Wendung am Ende war eine Überraschung), spekulieren alle wie wild um jede Szene und jeden Dialog. Um ehrlich zu sein, ich habe nie erwartet, dass alles aufgeklärt wird. Wie denn auch? Mit einer Strichliste, die Jacob und MIB im Abspann vorlesen??? Absolter Käse, was einige Fans für Vorstellungen hatten.
    Aber da kommen echt Fragen auf, wie Was ist die Insel? Was wollte die Dharma-Initiative? Für mich beides klar beantwortet:eine Insel mit einer Energiequelle bzw. Forschen aufgrund der Energiequelle.
    Natürlich hätte die Entwicklung und das Ende in der Parallelwelt auch anders laufen können. Aber ein Zusammenführen dieser Welten/Zeitlinien hat doch jeder erwartet und wäre dann auch 08/15 gewesen. Da ist die Wendung schon was Spezielles, wenn auch für SciFi-Fans zu religiös angehaucht. Die hätten lieber Außerirdische gesehen, evtl die Borgs oder Predators, die in einer Rückblende Ägypter die Statue errichten lassen und die Licht/Wasserquelle anlegen indem Sie einen Teil eines anderen Planeten auf die Erde brachten. Und am Ende bauen alle ein Tor zur einer anderen Welt… Stargate!!!
    Mir hat zwar am Ende auch das Große etwas gefehlt, aber ich bin zufrieden. Es war seit Folge 1 spannend und jetzt ist es schade, dass es vorbei ist. Ich bin mir sicher, dass mit ein paar mehr Sendeminuten man mehr hätte rausholen können, aber das Leben ist nunmal kein Wunschkonzert. Es muss sich jetzt erstmal eine andere Serie finden, die den gleichen Unterhaltungswert liefern kann.

  17. Fredy sagt:

    Eine verdammte Folge machte 6 Jahre zunichten !
    Danke für garnichts, Ihr scheiss Authoren !!!

  18. @Michael: Die Folge war ja schon rund eine halbe Stunde länger als üblich, ABC hat sich ja dafür fast auf den Kopf gestellt und alle Regeln gebrochen. Und selbst bei den Emmys wurde just “für” das “Lost”-Finale eien Regel gekippt, wonach nur Episoden in höchstens zweifacher normaler Länger berücksichtigt werden. Und für ihren Spannungswert – wie immer: bis kurz vorm Schluss – wäre der Preis verdient.

    Wie geil ist denn bitte eigentlich deine Feststellung:

    >>Jack blutet hier das erste Mal im Flugzeug am Hals und Rose sagt da schon: Sie können jetzt loslassen… bzw. Wir haben es geschafft… zwei deutliche Hinweise.<<

    Das ist mir ja überhaupt nicht in den Sinn gekommen. Chapeau, auf einmal finde ich das Ende schon gar nicht mehr so schlimm, weil’s tatsächlich ein wenig geplanter scheint als ich angenommen hatte. Haben wir Lindelof und Cuse Unrecht getan mit unserer Meckerei, war es vielleicht doch alles genauso vorgesehen und nicht “the easy way out”?

  19. MrPennywise sagt:

    @Carolin.

    Das mit Rose und Jack ist mir auch aufgefallen, nachdem ich dann die erste Folge nochmal geschaut habe. Wenn man es rückblickend betrachtet, hat man es mit ner Art Sixth Sense-Methodik zu tun und die letzten 6 Minuten der Staffel stellen ja nochmal den kompletten Verlauf der gesamten Flashsideways-Ablauf auf den Kopf. Zu so einem Schritt gehöt von Autorenseite auch eine Menge Mut, wie ich finde. Hab heute auf Spiegel.de im Forum noch andere interessante Sachen gelesen. So sollte ja aufgefallen sein, dass in der Kirche am Ende eigentlich nicht alle Losties versammelt sind. Es fällt auf, dass hier nur die Personen von Beginn an vorhanden sind zzgl. Desmond und Penny so wie Juliette. Ben bleibt aber draussen sitzen. Die Theorie des Foristen: Ben muss sich seine eigenen Leute suchen (Alex, Richard, Jacob vielleicht usw.) und hat dort in der Kirche nicht sein “Loslassen” gefunden. Meine Theorie geht dann noch dahin, dass Leute wie Ana Lucia, Mr. Ecko und Michael aufgrund ihrer bösen Taten nicht in die Kirche dürfen. Sie treffen sich vermutlich an einem anderen Ort wieder. Ich weiss, andere Losties haben auch böse Taten begangen, aber aus anderen Motiven heraus.

    Wie gesagt, Respekt an die Macher, eine Todeswartezimmerwelt bis zur letzten Folge vor dem Zuschauer zu verbergen. :)

  20. Hat sich eigentlich schon mal einer von denen irgendwo dazu geäußert, ob diese “Todeswartezimmerwelt” denn auch tatsächlich der “große Plan” war? Sie würden’s vermutlich aber nicht zugeben, wenn’s anders wäre…

  21. [...] Senderentscheidung auch das Serienfinale ist, etwas verärgert hier, wenngleich bei Weitem nicht so ratlos wie vor wenigen Tagen nach “Lost”. Achtung, Spoiler zur Episode “Future [...]

  22. Carsten F. sagt:

    Ich hätte das Finale mit dem Jenseits-Warteraum ja noch verstanden wenn wenigstens vorher die wichtigsten Fragen geklärt worden wären !
    Was ist jetzt mit den Zahlen ?
    Gut,Jakob hat also ein Ding für Zahlen gehabt .
    Und das wars ?
    Deshalb gewinnt Hurley mit den Zahlen im Lotto ?
    Deshalb stehen die Zahlen auf einer Luke die schon zig Jahre vor dem Absturz oder Hurleys Lottgewinn gebaut wurde ?
    Zufälligerweise sind es auch noch die exakt gleichen Zahlen die die Französin in Ihren Hilferuf verwendet oder die alle 108 (die adierte Summe der Zahlen !!! ) Minuten in den Computer eingeben werden müßen damit der Elekrtomagnetismus der Insel unter Kontrolle gehalten werden kann ?
    Zufäligerweise tauchen die Zahlen auch am Flughafen auf den T-Shirts von College-Girls auf und auch sonst tauchen sie in Kombinationen immer wieder auf ! ( Oceanic 815 8,15 )
    Auf die weiteren Fragen gehe ich lieber nicht ein sonst sitze ich Morgen noch hier !
    Fühle mich nach 6 Jahren verarscht !
    Und dann noch diese Fehler im Finale !
    Warum muste Jacobs “Mutter” und auch Jacob vor dem Übergaberitual noch irgendeinen Spruch murmeln aber Jack bei der Übergabe an Hurley nicht ?
    Halten die Produzenten dieser Serie die Zuschauer für blöd ?

  23. [...] 4PIZON (CC-Lizenz) Die reguläre TV-Season 2009/2010 ist vorbei, das Ereignis der Jahres sowieso (“Lost”) und nur noch wenige Serien sind übrig, um uns Süchtigen über den Sommer zu helfen. Deswegen [...]

  24. Michael L. sagt:

    Ach Carsten!
    Wer das Mysterium der Zahlen immer noch nicht verstanden hat, dem kann man echt fast nicht helfen.
    Die Erklärung der Zahlen passiert im Grunde in der Höhle Jacobs. Die Zahlen, die für die OceanicSix stehen (also vor den Namen stehen), symbolisieren das gemeinsame Schicksal dieser Gruppe. Deshalb treten diese zahlen immer wieder gemeinsam auf. Im Grunde stehen die Zahlen in der Höhle schon seit der Kindheit der OceanicSix (der Spiegel im Turm; das Haus aus Lacks Kindheit) – Jacob hat diese ja schon vor Jahren ausgesucht (und wohl rein zufällig gewählt.) Die Zahlen kehren immer wieder durch die Verbindung dieser Menschen – bis über den Tod hinaus. Ich habe die Frage zu den Zahlen schon in so vielen Foren gelesen, aber ein wenig nachdenken hilft eben auch mal. Warum erwarten Zuschauer immer alles bis ins Detail vorgekaut zu bekommen? Wer das will, sollte ein wissenschaftliches Buch lesen, keine Mystery-Serie ansehen… (Schon mal an die Zahl 23 der Illuminaten gedacht?! Ein Mysterium wird auch durch eine wiederkehrende Diskussion aufgebaut, obwohl am Ende keine rein logisch wissenschaftliche Erklärung existiert. Schicksal oder Zufall eben!)

  25. Michael L. sagt:

    Ach ja – noch hierzu:
    “Und dann noch diese Fehler im Finale !
    Warum muste Jacobs “Mutter” und auch Jacob vor dem Übergaberitual noch irgendeinen Spruch murmeln aber Jack bei der Übergabe an Hurley nicht ?
    Halten die Produzenten dieser Serie die Zuschauer für blöd ?” O-Ton Carsten F.

    Für mich ist das kein Fehler. Die Übergabe der Verantwortung und der “Aura des Hüters der Insel” erfolgt doch nicht durch einen Hokuspokus-Spruch, sondern durch die Flüssigkeit eines Gefäßes (auch hier sind wir wieder in der Welt der Symbolik – wie schon so oft in LOST). Und wer erinnernt sich nicht an die Worte:
    “One Day You Can Make Up Your Own Game, and Everyone Else Will Have to Follow Your Rules”
    Dieser gilt nicht nur für Jacob, sondern eben auch für alle seine Nachfolger.

  26. [...] für “Warum ‘FlashForward’ nicht hätte enden sollen”. Zum Vergleich: “Gedanken zum ‘Lost’-Finale” hat für eine ähnliche Leserschaft acht Wochen [...]

  27. Michael sagt:

    Mr Pennywise hat mit Recht auf Stephe King hingewiesen:

    Wer sich (wie ich) 20 Jahre lang auf das Ende der Saga vom “Dunklen Turm” warten musste und dann die letzten Seiten gelesen hat, wird möglicherweise ein ähnliches Gefühl der Enttäuschung erlebt haben.

    Beim dunklen Turm wie bei Lost kommt es daher, dass wir es als Leser oder Serien-Gucker gewöhnt sind, ein “richtiges” Ende mit kompletter Erklärung zu bekommen. Aber sein wir mal realistisch: Seit Jahrtausenden versuchen diverse schlaue Menschen die komplette Erklärung für das Leben, das Universum und den ganzen Rest zu finden. Das ist bisher nur Douglas Adams mit “42″ gelungen, wobei diese Antwort auch niemandem wirklich genutzt hat ;-) ))

    Selbst wenn die letzte Staffel von “Menschheit” gelaufen ist (wobei wahrscheinlich keiner von uns das Final zu sehen bekommt), werden mindestens so viele Fragen offen bleiben, wie bis dahin beantwortet wurden… So gesehen sind Serien wie Lost und Bücher wie der “dunkle Turm” echter als diejenigen, bei deren Ende alles aufgelöst und erklärt ist.

    Mich werden Lost und der dunkle Turm noch lange beschäftigen, was viele andere Serien und Bücher nicht von sich behaupten können…

    MiH

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