“Gravity” oder Die Schönheit des Selbstmords

Gravity
Starz habe ich im vergangenen Jahr entdeckt, weil dort die wunderbar ironische Comedy-Serie “Party Down” läuft, das jüngste Projekt von “Veronica Mars”-Schöpfer Rob Thomas, für das er auch immer wieder aus seinem alten Personalpool schöpft. Ein Genuss!
Im Doppelpack gezeigt wird “Party Down” in seiner zweiten Season mit dem Comedy-Neuling “Gravity” um eine Therapiegruppe für Selbstmörder, das sehr an Nick Hornbys düster-komischen Bestseller “Long Way Down” erinnert. Anders als im Buch, in dem sich eine Gruppe Lebensmüder beim Suizidversuch auf dem Dach trifft und sich fortan Stütze im Elend des Alltags ist, haben die Charaktere in “Gravity” alle schon mal den Sprung/welche Methode auch immer gewagt. Die Serie wartet auch nicht lange, bis das erste Mitglied der Gruppe erfolgreich das Zeitliche segnet; hinzu kommen einige bizarre Elemente. Robert (Darsteller Ivan Sergei, “Charmed”) etwa versuchte, mit seinem Auto von einer Klippe zu fahren – um im Pool auf dem Schwulen-Kreuzfahrtschiff zu landen. Und Lilly (Krysten Ritter, “Veronica Mars”, “Gilmore Girls”) sieht im Moment ihres vorübergehenden Todes ihre vermeintlich große Liebe und macht sich nun auf die Suche im wirklichen Leben.
“A show about life when death doesn’t work out.” Eine herrlich komische Geschichte ist das, wenn die Todessehnsüchtigen sich gegenseitig Tipps geben und vor rechtlichen Tücken des selbstbestimmten Ablebens warnen. Und bevor ihr fragt: Ja, das darf man ruhig mal thematisieren. Und man darf sogar drüber lachen, zumal es im Grunde um die Schönheit des Lebens geht.
Weitere Teile dieser Reihe:
- Gedanken zur neuen TV-Season (1)
- Gedanken zur neuen TV-Season (2)
- Gedanken zur neuen TV-Season (3)
- Gedanken zur neuen TV-Season (4)
- Gedanken zur neuen TV-Season (5)
- Gedanken zur neuen TV-Season (6)
- Gedanken zur neuen TV-Season (7)
- Gedanken zur neuen TV-Season (8)
- Gedanken zur neuen TV-Season (9)





Mir gefällt’s auch sehr gut. Nur, wie bei Party Down, der »Producation Value« ist … seltsam bei der Serie. Es wirkt irgendwie wie mit einer Heimkamera gefilmt.
.)
(Aber im Gegensatz zu Party Down gibt’s hier nicht diese komisch-deprimierende Atmosphäre, so dass ich Gravity weiter schauen werde
Mir gefällt gerade dieser Mangel an Hochglanzoptik, der ja hier auch bei Weitem nicht so krass ist wie etwa bei “Friday Night Lights”.
Bei “Gravity” etwa fand ich die Szene mit der Maus, wie sie durch das Blut läuft und auf dem weißen Teppich kleine Abdrücke hinterlässt, besonders schön eingefangen.