Von Cowgirls und toten Krokodilbändigern
Australiens Ostküste ist bevölkert von deutschen Touristen. Und doch scheint sich, wenn Ihr euch mal unter Freunden umhört, das Wissen der meisten Europäer über Australien seltsamerweise auf vier Dinge zu beschränken: Paul “Crocodile Dundee” Hogan, einen weiteren, der mit Krokodilen kämpft(e), Steve Irwin, Kylie Minogue und im Falle von regelmäßigen Vox-Zuschauern den Dauerbrenner “McLeod’s Töchter”.
Mit diesen vier verhält es sich wie folgt: Den ersten kennt unter den jüngeren Australiern kaum einer, obwohl der Achtizger-Star aktuell wieder in irgendeiner TV-Serie zu sehen ist. Der zweite ist seit seinem Tod so etwas wie ein Nationalheld; die dritte würden Australier – zumindest diejenigen, die ich getroffen habe, nur zu gerne an Europa verschenken; und erwähnt man die Serie “McLeod’s Töchter” nur, schüttelt der durchschnittliche australische Zuschauer den Kopf. Schwitzende Schwestern im Outback scheinen hier ungefähr dem zu entsprechen, was in Deutschland… sagen wir “Um Himmels Willen” ist. Sehr erfolgreich, nur dass man partout niemanden findet, der sich das anschaut.
Und so ist es wohl auch nur natürlich, dass ich beim Zappen durchs australische Programm – ja, ich habe mir neulich einen Abend mit “Cougar Town” und “How I Met Your Mother” (Tantruuuuum!) gegönnt – keine McLeodschen Cowgirls entdecken konnte.
Stattdessen habe ich relativ unverhofft das Feeling der beliebten Soap im wahren Leben entdeckt. Der ehemalige Drehort mag (zumindest laut Wikipedia) ganz in der Nähe von Adelaide liegt, einer Stadt, in der ich schon vor über einem Monat Halt gemacht habe, aber ich habe mich bislang nirgends so nah an der Serie gefühlt wie im wilden Westen des Landes, den ich derzeit erkunde. Hier liegen unfassbare Distanzen zwischen den einzelnen Ortschaften, auf den Strassen hat meist nur ein Auto Platz, weite Ebenen, Felder und jede Menge Kühe dominieren das Bild – und mehr als eine Strasse ist hier nach dem scheinbar sehr häufig vorkommenden australischen Nachnamen McLeod benannt. Der Höhepunkt war aber das Alpaca, das ich – good old McLeod times – inmitten einer Herde Schafe entdeckt habe.
Wer Fotos meiner Wildwesterfahrung sehen will, der klicke hier.