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Wenn die sonst keine Probleme haben

17. Jan

“Sind Sie glücklich? Leben Sie ein ausgefülltes, sorgenfreies Leben? Wie langweilig! Was Ihnen fehlt, sind Kontraste. Sie brauchen dringend Probleme zum Lösen.” Das Startup needaproblem.com bietet Gelangweilten genau das: Triviale bis fast unlösbare Problem. Für 1 Euro gibt es ein triviales Problem, ein Luxus-Problem kostet 5.000 Euro – zu zahlen per PayPal. Die E-Mail mit dem zu lösenden Problem soll auf den Fuß folgen.

Und wer hat’s erfunden? Die Schweizer. Na, wenn die dort sonst keine Probleme haben. Was sind das für Menschen, die Geld für neue Probleme ausgeben, anstatt ihre eigenen oder die schon vorhandenen der Welt zu lösen? Ich habe mal nachgefragt bei den drei Jung-Unternehmern, die diese Martknische entdeckt haben, und siehe da: “Es sind entgegen unserer Erwartung keine gelangweilten Personen”, schreibt mir Hansmartin Amrein von needaproblem.com aus Bern. Die Problemlöser und Problemlöserinnen seien vielmehr gut ausgebildete Menschen, die “den philosophischen Hintergedanken entdeckt” haben und “Teil dieses Kunstprojektes needaproblem.com werden” wollen. Aber scheinbar ja auch Leute mit Zeit und Geld, also doch gelangweilt? Das zu beurteilen, überlasse ich Ihnen.

Beispiele für die Probleme wollte mir Amrein nicht nennen: “Die Leute sollen den Mut haben in diesen trüben reißenden Fluß zu springen um neue Ufer zu entdecken.” Der Herr scheint selbst ein großer Philosoph zu sein, passt also in seine eigene Zielgruppe.

Interessant: Ab dem 500-Euro-Problem aufwärts erstellen die Problemschaffer ein Profil. Da gibt’s dann keine Allerwelts-Sorge aus der Datenbank mehr, sondern eine speziell auf den Besteller zugeschnittene Herausforderung. Von dieser Sorte wurden auch schon mehrere geordert. Zwei seien bereits gelöst worden, die anderen seien noch unterwegs, so Amrein.

Im Moment erarbeiten die Schweizer übrigens ein Profil für eine Amerikanerin, die sich für ein 5.000-Euro-Problem interessiert, die Königsklasse quasi. Wie neulich auf ftd.de zu lesen war, könnte ein solches Luxus-Problem nach Angaben des Schweizer Startups das Leben “grundlegend verändern”. So schreibt die ftd.de-Autorin etwa: “Wer 5000 Euro bezahlt, muss beispielsweise in den brasilianischen Dschungel reisen und dort in einem entlegenen Hotel eine Kontaktperson treffen.”

An dieser Stelle noch ein Aufruf: Wer hat schon mal ein Problem bei needaproblem.com bestellt oder ist jetzt neugierig geworden und möchte sich daran wagen? Ich würde die Problemlösung gerne bloggend begleiten, also melden Sie sich per E-Mail.

[Via turi2]

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