Oliver Gehrs, der laut spiegelkritik.de „schönste Medienjournalist Deutschlands“, ist vielen wohl vor allem wegen seiner Haltung dem Spiegel und seinem Ex-Chef Stefan Aust gegenüber bekannt. Er hat den „Spiegelkomplex geschrieben und lästert gerne über seinen früheren Arbeitgeber Spiegel.

Vor allem ist Gehrs aber der Herausgeber und Chefredakteur einer der, wie ich finde, schönsten, angenehmsten, interessantesten und kaufenswerten Magazine der letzten Jahre: Dummy. Vorhin hat mich dann Stefan Niggemeier daran erinnert, dass ich vor lauter Aufregung in den letzten Wochen die neuste Ausgabe noch gar nicht gekauft habe. Thema dieses Mal: Tiere. Hm. Also rein in den Bahnhofkiosk, aufgeblättert, ein paar Seiten gelesen – und gleich habe ich ein neues Bild von „Schönling“ Gehrs in meinem Kopf: wie er schreiend wie ein Mädchen Zickzack durch den Dschungel hüpft.

In der Kategorie „Zum Davonlaufen“ erzählt er nämlich von seiner Begegnung mit einer Tarantel – glaubt er jedenfalls – im Thailand-Urlaub und von eben jener Hüpferei, „damit mich nichts mehr bespringen konnte. Seitdem mache ich Urlaub in Europa.“ Und erst dann, nachdem ich mir schon eine junge Frau in Stilettos im tiefsten Bambusdickicht vorgestellt hatte, erfahre ich, dass der Text von niemand geringerem als dem Chef persönlich stammt.